Kinotipp «Maps to the Stars» Innen drin ists finster

Der neue Film von Gruselschocker-Altmeister David Cronenberg lässt uns hinter die Hochglanzfassade von Hollywood kucken. Schön ist der Anblick nicht. «Maps to the Stars» zeigt die Traumfabrik als Ruine. 
Der Seelenklempner Stafford (John Cusack).

John Cusack in «Maps to the Stars».

«Maps to the Stars»

Agatha (Mia Wasikowska) auf der Suche nach Sternenglanz und Vergebung.
© Entertainment One/Pathé Films

Agatha (Mia Wasikowska) auf der Suche nach Sternenglanz und Vergebung.

Der Psycho-Schocker «Maps to the Stars» passt prima zu dieser Woche, wo uns die Grüsel-News um die Ohren fliegen. David Cronenberg erspart uns mit seinem neuesten Werk auch nichts an Hässlichkeit, Schamlosigkeit und Kaputtheit. Sein Blick hinter die Hochglanzkulisse Hollywoods raubt allen, die noch an den schönen Schein glaubten, die letzte Illusion. Überhaupt erträglich ist das düstere Drama um die verlorenen Seelen in Tinseltown nur dank einem A-Klase-Cast: Julianne Moore, Mia Wasikowska, John Cusack, Olivia Williams und Robert Pattinson schlüpfen furchtlos in Rollen, die ihnen so einiges abverlangen. Uns im Kinosessel allerdings auch.

Havana (Julianne Moore) am Ende ihrer Kraft.
© Entertainment One/Pathé Films

Havana (Julianne Moore) am Ende ihrer Kraft.

Wer über den Psycho-Horror-Satire mitreden will und gern in die seelischen Abgründen der anderen kuckt, trete die Reise ins Herz der Finsternis an, empfindlicheren Gemütern halten sich besser an ein appetitlicheres Werk:

«The Hundred-Foot-Journey»

Madame Mallory (Helen Mirren) ist Chefin eines Sternerestaurants.
© Ascot Elite

Madame Mallory (Helen Mirren) ist Chefin eines Sternerestaurants.

Ein wahrer Augenschmaus und Appetitanreger ist die Komödie «The Hundred-Foot-Journey» von Lasse Hallström: hier dreht sich alles ums Kochen, Essen und Geniessen. Hundert Fuss, also knapp dreissig Meter, trennt den alteingessenenen Gourmettempel von Chefin Madama Mallory (Helen Mirren, frisch aufgefrischt) und das neue indische Restaurant der Einwandererfamilie Kadam. So nah die beiden Beizen räumlich liegen - nur durch eine Landstrasse getrennt - trennen sie doch Welten. Kein Wunder, tun sich da jede Menge Konflikte, kulturelle und kulinarische, auf. Kinomagier Lasse Hallström hat mit seinem Film eine Hommage ans Essen und die Toleranz geschaffen. An seine Meisterwerke «Gilbert Grape», «Chocolat», «Salmon Fishing in the Yemen», «Cider House Roules» oder «An Unfinished Life» reicht der neue Film nicht heran, aber auch ein weniger guter Hallström ist noch immer besser als vieles, was so alles über unsere Leinwände flimmert. 

Naturtalent am Herd: Hassan Kadam (Manish Dayal).
© Ascot Elite

Naturtalent am Herd: Hassan Kadam (Manish Dayal). 

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