5 Minutes with ... Raphaël Bouvier, Kurator Fondation Beyeler

Raphaël Bouvier ist Kurator in der Fondation Beyeler in Basel, die aktuell eine Ausstellung von Künstler Paul Gauguin zeigt. Im Interview verrät Bouvier, in welche Kunstepoche er am liebsten reisen würde, woran er gerade arbeitet und wovon er träumt.
Raphael Bouvier
© Matthias Willi

Raphaël Bouvier, Kurator bei der Fondation Beyeler, vor dem Gemälde Aha oe feii? (Wie! Du bist eifersüchtig?) von Paul Gauguin (1892).

Wer ist Raphaël Bouvier?
Raphaël Bouvier: Ich bin Kunsthistoriker und arbeite als Kurator in der Fondation Beyeler in Basel.

Was wollten Sie als kleiner Junge werden?
Zauberer und Marionettenspieler.

Wie sind Sie der geworden, der Sie heute sind?
Da haben natürlich viele Aspekte mitgespielt – einige konnte man lenken, oft spielen aber auch das Glück und der Zufall mit. Da ich mich immer sehr für Kunst interessiert habe, wusste ich aber schon relativ früh, in welche Richtung der Weg gehen könnte.

Könnten Sie durch Ihren Kleiderschrank in eine andere Welt reisen, wie sähe es dort aus?
Ich fühle mich in meiner Welt eigentlich sehr wohl – ich weiss gar nicht, ob ich durch diesen Kleiderschrank gehen würde… Gut, ein paar Tage in der Welt der italienischen Renaissance oder des französischen Rokoko könnten schon passen.

Wenn Sie Ihrem 16-jährigen Ich einen Tipp geben könnten, was wäre das?
Es nochmals mehr oder weniger so zu machen.

Sind Sie ein Morgen- oder Nachtmensch?
Das kommt auf den Tag an – am Wochenende gerne auch ein Nachtmensch.

Woran arbeiten Sie gerade?
Vor allem an einer der nächsten Ausstellungen der Fondation Beyeler, die dem französischen Künstler Jean Dubuffet gewidmet ist.

Wovon träumen Sie?
Ich kann mich nur selten an Träume erinnern – im erweiterten Sinne träume ich, dass es einige Jahre noch so weitergeht, wie es jetzt ist.

Ihr wertvollster Besitz?
In ideeller Hinsicht Freiheit und Zufriedenheit, materiell ein Porträt der letzten Zarin Alexandra.

Wie beschreiben Sie Ihren persönlichen Stil?
Eine Art Mischung aus Klassischem und ein bisschen Extravaganz.

Ihre beste Tugend?
Ich bin relativ geduldig und offen.

Das letzte Lied, das Sie auf Ihrem iPhone gehört haben?
No Woman No Cry.

Die letzte SMS, die Sie jemandem geschickt haben?
Meinem Freund: «darf ich Dich heute zum Essen einladen…».

Wo und wann waren Sie am glücklichsten?
Ich bin immer wieder sehr glücklich.

Ihre letzte Reise führte Sie wohin?
Nach New York – ach nein, danach war ich noch in Zürich.

Ein Buch, das Ihr Leben beeinflusst hat? 
Es gibt zahlreiche Bücher, die ich beeindruckend finde, ob eines davon mein Leben beeinflusst hat, sei dahingestellt. 

Wie wohnen Sie?
In einer hellen Altbauwohnung

Welcher Duft erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Piz Buin-Sonnencreme – eine Hassliebe…

Die Ausstellung PAUL GAUGUIN läuft noch bis zum 28. Juni 2015.

Im Dossier: Die komplette Interview-Serie «5 Minutes with ...».

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