Sounds der Woche Aus der Versenkung geholt

Das Schicksal von Sixto Rodriguez hat die ganze Welt bewegt. Mittlerweile gibt es zu dem Liedermacher aus Detroit Wikipedia Einträge in über zwanzig Sprachen. 

«Searching For Sugar Man», der Film von Malik Bendjelloul, der den Hype um dieses verkannte musikalische Talent auslöste, wurde mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet, der Soundtrack hunderttausenfach gekauft (Rodriguez selber tourt derweil mit seiner Band rund um den Globus – obwohl er gar nicht mehr in der Verfassung dazu ist. Aber das ist ein anderes Problem). Das grosse Aufspüren hat begonnen – und hat bereits einen weiteren verborgenen Star an die Oberfläche befördert.

Album der Woche:
William Onyeabor «Who Is William Onyeabor?»

Der Nigerianer William Onyeabor werkelte zwischen 1978-1985 in seinem afrikanischen Heimatland eifrig an einer eigenen Version von Funk, Disco und Afrobeat. Umgeben von importierten Synthesizern, geschult in afrikanischer Musiktradition und durchzuckt von eigenwilligen Ideen nahm er mit zum Teil grossem lokalen Erfolg acht Alben auf, gründete eine Filmproduktionsfirma und sogar sein eigenes Plattenpresswerk. Dann verabschiedete er sich in die Erweckungsbewegung und schwor der Musik ab. Eine 31-minütige Doku, eine Art Best Of-Album auf dem Label Luaka Bop und eine Sammlung von Remixes – wie demjenigen von Hot Chip – bringen uns nun diesen lange praktisch vergessenen Künstler näher.

Damon Albarn «Mr. Tembo»
Damon Albarn, Frontmann von Blur und Kopf von Projekten wie den Gorillaz, Mali Music, The Good, The Bad and The Queen oder Rocket Juice & The Moon kündigt sein erstes Soloalbum «Everyday Robots» (erscheint am 29. April) mit diesem zutraulichen Song über das Elefäntchen Mr. Tembo an.

LOLAWOLF «Jimmy Franco»
In diesem Videoclip der New Yorker Band Lolawolf flirtet Sängerin Zoë Kravitz, Tochter von Lenny, mit dem stilbewussten Rapper A$AP Rocky, dem ausser dem Flirten keine weitere Aufgabe obliegt. Höchstwahrscheinlich ist das die Art von Blogmusik, die wir nächste Woche wieder vergessen haben, aber ganz ohne ist dieser der bald erscheinenden EP entnommene Song nicht.

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