Kinotipps: «Big Eyes» & «Das Deckelbad» Über Kunst, Klau und Wahnsinn

Zwei unglaubliche, aber wahre Geschichten gibts diese Woche im Kino: In «Big Eyes» amüsieren uns wir uns prächtig mit Christoph Waltz als Kunstdieb, im «Das Deckelbad» tauchen wir mit Simona Speck ins kalte Wasser und den Wahnsinn ab.
King of the (art) world: Walter Keane (Christoph Waltz).
© Ascot Elite

King of the (art) world: Walter Keane (Christoph Waltz).

«Big Eyes»

Kunstdiebe und -fälscher sind ja mit ganz besonderen Talenten gesegnet. Neben enormem handwerklichen Können und profunden Kenntnissen der Kunstgeschichte gehören Chuzpe und Wortgewandtheit unabdingbar zum Berufsbild. Ein Meister seines Faches war zweifelsfrei der Amerikaner Walter Keane (1915-2000). Sein mangelndes Maltalent machte er mit unerreichter Eloquenz wett und steig zu einem der erfolgreichsten Kriminellen der modernen Kunstgeschichte auf. Tim Burton («Alice in Wonderland», «Dark Shadows», «Batman») hat die Geschichte von Walter Keane und seiner Frau Margret unter dem Titel «Big Eyes» auf die Leinwand gebracht. Als Keane brilliert der Silberzungen-Teufel Christoph Walz («Django Unchained», «The Zero Theorem», jetzt neu auf DVD), Amy Adams spielt seine Frau Margaret.

Walter (Christoph Waltz) seift alle ein, auch seine Margaret (Amy Adams).
© Ascot Elite

Walter (Christoph Waltz) seift alle ein, auch seine Margaret (Amy Adams).

Neben der unerhörten Story und der perfekten Besetzung begeistern Tim Burtons ungewohnt heitere Bilder. Mehr zum Film und den wahren Hintergründen lesen Sie in der aktuellen SI Style. «Big Eyes» startet am 23. April. 

«Das Deckelbad - Die Geschichte der Katharina Walser»

Ebenfalls ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, allerdings viel weniger vergnüglich anzusehen. Der Filmemacher Kuno Bont erzählt die Geschichte der lebenslustigen Österreicherin Katharina, die als Kellnerin im Rheintal kam und ihrer unkonventionellen Art wegen ins Visier der Behörden, dann in die Mühlen der Psychiatrie geriet. Der beklemmende Film zeigt die Willkür der Justizbehörden und die unmenschlichen Zustände psychiatrischer Anstalten von einst auf und präsentiert mit einer eindrücklichen Simon Specker in der Hauptrolle ein grosses neues Schauspiel-Talent. Sehenswert. Ab 23. April in unseren Kinos. 

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