Buchtipps «Vita Obscura» und «Ich und die Menschen» Von seltsamen Menschen und sensiblen Ausserirdischen

Unglaubliche, aber wahre Lebensgeschichten holt der deutsche Comic-Künstler Simon Schwartz ans Licht. Der Brite Matt Haig erzählt die Story eines Aliens, das mitten unter uns landet, mit dem Auftrag, unsere verkommene Rasse auszurotten. 
Obskure Leute, porträtiert von Simon Schwartz.
© Avant-Verlag

Obskure Leute, porträtiert von Simon Schwartz.

«Vita Obscura» (Comic), Simon Schwartz,  Avant-Verlag

Das It-Girl aus «Vita Obscura» von Simon Schwartz.
© Avant-Verlag

Das It-Girl aus «Vita Obscura» von Simon Schwartz.

Amerika hatte mal einen Kasier: Joshua Norton (1811-1880).  Seine Untertanen unterstützten den  Landstreicher, gaben ihm Essen, eine Unifrom, Geld, Achtung. Er starb ohne Thronfolger. Dr. Thomas Hardy (1912-2007) stahl als junger Pathologe in Princeton das Hirn von Albert Einstein.  Clara Bow (1905-1965) prägte den Begriff des It-Girl und wurde schizophren. Joseph Pujol (1857-1945) war der berühmteste Kunst-Furzer aller Zeiten, er konzertierte (geruchlos) vor gekrönten Häuptern.  Hedy Lamar alias Hedwig Kiesel alias Hedy Lamar (1913-2000) mimte den ersten Orgasmus auf der Leinwand und erfand später eine Funkfernsteuerung, das heutige WLAN. 

Der Mann, der Einsteins Hirn stahl.
© Avant-Verlag

Der Mann, der Einsteins Hirn stahl.

Simon Schwartz hat diese und viele andere bemerkenswerten Leute aus der Mottenkiste der Historie geholt und erzählt in Worten und Bildern ihre Lebensgeschichten. Ein Comic-Leckerbissen der Extraklasse in bester Avant-Druckqualität!

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«Ich und die Menschen», Matt Haig, dtv

Vom Menschen, Haushunden und Ernussbutter
© dtv

Vom Menschen, Haushunden und Ernussbutter

Andrew Martin, Professor  für Mathematik in Cambridge, benimmt sich überaus seltsam. Er ist plötzlich nett zu seiner Frau, hilft im Haushalt und rennt eines Nachts nackig über den Campus. Ihn plagt nicht eine Midlifecrisis, sondern ein Alien, das sich in seinem Körper und Geist eingenistet hat. Der Ausserdirdische wurde nach Cambridge gesandt, weil es Martin gelungen ist, die Riemannsche Vermutung zu knacken. Die Lösung dieses grössten mathematischen Problems, praktisch angewandt, würde der Menschheit einen Entwicklungsschub erlauben wie nach der Erfindung des Feuers, des Rades oder der Atomspaltung. Das muss unser Alien verhindern und herausfinden, wem Martin von seiner Entdeckung erzählt hat. Die soll er alle terminieren, am besten gleich die gesamte Rasse, dieser egoistische, gewalttätige und unterentwickelte Haufen. Je mehr nun der Alien über die Menschen lernt, desto heftiger werden seine Skrupel, desto länger schiebt er seinen Auftrag hinaus. Bald gefällts ihm (dank Haustieren, Débussy und Erdnussbutter) so gut bei uns, dass er nicht mehr heimwill. Matt Haig legt mit seinem E. T. für Erwachsene einenß klugen, humorvollen Roman vor, der sich süffig wegliest, aber noch lange nachhallt.

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