Kinotipps: «Chef» & Co. Wilde Anarchos am Herd und am Steuer

Diese Woche wird’s heiss im Kino: Wir stehen mit «Chef» Jon Favreau am Herd, wo uns das Wasser im Maul zusammenläuft. Und wir rasen mit «Mad Max» durch die Wüste, auf der Suche nach Öl und Wasser. Und verzeifeln mit Charlotte Gainsbourg und Chiara Mastroianni ab der Liebe über Eck.
Chef Carl (Jon Favreau) weiht seinen Sohn in die Kunst des Kochens ein.
© © Praesens Film

Chef Carl (Jon Favreau) weiht seinen Sohn in die Kunst des Kochens ein.

«Chef»

Ein Film über die hohe Kochkunst aus Hollywood? Kommt das gut? Wir gingen überaus skeptisch in «Chef» rein und kamen begeistert raus - und mächtig hungrig. Filmemacher Jon Fahreau («Iron Man» und «Cowboys and Aliens») zieht uns den Speck durch den Mund und serviert ein cineastisches Gourmetmenü. Das sympathische Schwergewicht brilliert in Personalunion als Autor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller. Für seinen Schwank um den leidenschaftlichen Küchenchef Carl ging er bei einem angesagten Gourmettempel in die Lehre, diente von der Pike, bzw. dem Rüstbrett herauf und schwitzte am Herd. Sein Handwerk als Chef kommt denn auch entsprechend überzeugend herüber.

Chef Carl (Jon Favreau) konzipiert ein Menü, um einen Food-Bloger zu beeindrucken.

Chef Carl (Jon Favreau) konzipiert ein Menü, um einen Food-Blogger zu beeindrucken.

Neben Favreau ist auch der restliche Cast vom Feinsten: Dustin Hoffman als arroganter Restaurantbesitzer, Oliver Platt als versnobter Food-Blogger, Sofia Vergara als Carls überspannte Ex, Robert Downey Jr. als deren Ex, Scarlett Johansson als Chef de Service und John Leguizamo als Commis. Fazit: Ein Michelin-Stern für den «Chef»! Mehr über Kochfilme, den «Chef» und seinen Macher lesen Sie in der aktuellen SI Style, ab nächster Woche am Kiosk!

«Mad Max»

Heiss wie im Backofen zu und her gehts auch im Anarcho-Krawall-Film «Mad Max», wenn auch weitaus weniger appetitlich als in Favreaus Koch-Hommage. Wer es laut und grell, irrwitzig und apokalyptisch mag, kommt aber voll auf seine Kosten.

Braucht ein Mitfahrgelegenheit: Imperata Furiosa (Charlize Theron).
© © 2015 Warner Bros.

Braucht ein Mitfahrgelegenheit: Imperata Furiosa (Charlize Theron).

Sehr ungewöhnlich für so einen knallharten Action-Film ist der Arthaus-Cast: mit dabei sind Charlize Theron («Prometheus»), Tom Hardy («The Drop», Nicholas Hoult («About a Boy»). Das 100-Millionen-Dollar-Endzeit-Spektakel ist ein würdiger Nachfolger des Kultstreifens von 1979 mit Mel Gibson. 

«3 coeurs»

Wem der Sinn nach Herzschmerz und Liebe und französischem Kino steht, der sitzt in «3 coeurs» im richtigen Film. Die Liebesfilm besticht durch ein ironisch-knappes Drehbuch, stimmige Dialoge und schräge Charaktere. In der Dreiecksgeschichte laviert Belgiens Superstar Benoît Poelvoorde («Rien à déclarer», «Coco avant Chanel», «Les émotifs anonymes») als wankelmütiger Steuerbeamter zwischen zwei ungleichen Schwestern (Chiara Mastroianni und Charlotte Gainsbourg). Très charmante!

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