Kinotipp: «Shaun The Sheep» Wolliger Wonneproppen

Der tierische TV-Serien-Held Shaun das Schaf erobert jetzt die Kinoleinwände - und die Herzen von Gross und Klein.
Shaun das Schaf geniesst seine Freizeit...
© © Paterson Entertainment

Flipper, Fury, Lassie und Co. würden grün vor Neid - könnten Delfine, Pferde und Hunde dieses niedere Gefühl überhaupt verspüren und ausdrücken. All den tierischen TV-Serienhelden mit hohem Jö-Effekte hat ausgerechnet ein Schaf - nicht eben die Intelligentesten unter den Vierbeinern - den Rang als Publikumsliebling streitig gemacht. Nur eine clevere Maus namens Mickey und eine vorlaute Ente namens Donald geniessen global höheren Bekanntheitsgrad als das Wollknäuel mit den Glubsaugen.

Shaun, und seine Herde spielen dem Bauern einen Streich.
© Paterson Entertainment

Shaun, und seine Herde spielen dem Bauern einen Streich.

Shaun, vor sieben Jahren im englischen Bristol zur Welt gekommen und schnell zum TV-Star avanciert, 130 Episoden à sieben Minuten Länge liefen bereits in 170 Ländern rund um den Globus. So lag die Idee für ihre Schöpfer, die Aardman Studios, die mit «Wallce & Gromit» und «Chicken Run» berühmt wurden, nahe, Shaun mit einem abendfüllenden Animations-Film auf die Leinwand zu bringen. Da man an der äusserst aufwändigen Technik, nämlich Knetfiguren in Stop-Motion zu filmen, festhielt, dauerte es fast vier Jahre, bis das 85-Minuten-Abenteuer im Kasten war. Ein paar eindrückliche Zahlen dazu: 

- Ein Animator schafft pro Tag zwei Sekunden Film, 17 Animatoren waren am Werk.
- 53 Kameras filmten in 33 Bühnenbildern.
- 549'777 Einstellungen wurden gefilmt, das entspricht 5'500 Milliarden Pixeln. 
- 79'237 Storyboards wurden gezeichnet.
- In der Einstellung mit den meisten animierten Figuren am Set mussten 42 Knetpuppen Milimeter um Millimeter modelliert und bewegt werden. 
- 1589 Bäh ertönen im Film, gesprochen wird kein verständliches Wort.
- Shaun hat 5 Millionen Follower auf Facebook.

Der Charme des Filmes liegt neben dem sympathischen Protagonisten auch im nostalgisch anmutenden Look, im gemütlichen Erzähltempo und der universellen Verständlichkeit der Geschichten. Kinder lieben Shaun sowieso, und wer als Erwachsener seinen Knopf oder Götti-Goof ins Kino begleitet, kommt auch auf seine Kosten. Der typisch englische Humor, die Film-Anspielungen und Seitenhiebe auf die moderne Welt zielen auf reifere Kinogänger. 

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