Schlager goes Vogue Die «echte» Helene Fischer floppt bei vielen Fans

Ein Cover und sehr viele Fragen: Was hat Helene Fischer auf dem Titel der deutschen «Vogue» verloren. Und was haben eigentlich manche Fans dagegen? 
Helene Fischer im glitzernden Bühnen-Outfit
© Getty Images

Helene Fischer wie ihre Fans sie kennen: Im interessanten, durchaus glitzrigen Kostüm. 

Es ist so im Leben: Allen kann man es eh nie recht machen. Da ist Helene Fischer, die mit ihrem Pop-Schlager die Gemüter spaltet. Die einen feiern das verbindende Element der deutschen Ausnahmekünstlerin, für andere ist sie simpel und schlicht: Plastik. Und jetzt prangt die Künstlerin, die ihre Karriere 2005 mit einem Auftritt an der Seite von longtime Boyfriend Florian Silbereisen beim «Hochzeitsfest der Volksmusik» startete, auf dem Cover der deutschen Vogue. Ohne Schminke. Ohne Glitzer-Kostüm. Ohne Netz und doppelten Boden.  

Helene Fischer auf dem Cover der Vogue Deutschland
© Vogue/PeterLindbergh

Sie sagt: «Ich habe mich fast nackt gefühlt». Fürs Cover-Shooting mit der deutschen «Vogue» hat Helene Fischer auf ihre wie sie im Interview sagt «Rüstung» aus Make-up und Kostümen verzichtet. 

Was ist denn in die Vogue gefahren, ätzt so mancher Kritiker vom hohen Ross hinunter. Denn: Helene Fischer ist nicht das, was sich der gemeine Intellektuelle so gerne auf die Fahne schreibt. Helene Fischer und Hits wie «Atemlos durch die Nacht» sind ein gesellschaftsübergreifendes, gar -verbindendes Guilty Pleasure. Sie ist sozusagen der Cheeseburger in der Model-WG. Und: Laut Forbes ist sie mit 32 Millionen Dollar Jahresumsatz auf dem 8. Platz der bestbezahlten Künstlerinnen gelandet und hat mal eben locker Céline Dion und Britney Spears abgetrocknet. Lustig, dass die 34-Jährige von ihrer queeren Fan-Community gerne mit Letzterer verglichen wird.

Ihre Bodenständigkeit wird gern gelobt, andere schimpfen sie «etwas platt». Helene Fischer posaunt keine philosophischen Ergüsse in die Welt, bei ihr ergiesst sich maximal ein Wasserfall aus dem meterhohen Showdress. Sie selbst sagt gerne, dass sie den Leuten halt einfach einen schönen Abend schenkt. Nicht mehr, nicht weniger.  

«Siehst leider sehr krank aus»

Doch dann schminkt sich die Künstlerin ab. Posiert ohne Make-up («oben ohne» wird landauf, landab getitelt). Plötzlich spaltet sich die als ach so geeinte, durch das «Phänomen Helene» verbundene Gemeinschaft in zwei Teams: Team Bühnen-Fischer, Team Vogue-Helene. Auf Instagram wird geschimpft: «Siehst leider sehr krank aus auf dem Bild», oder «Wie kann man so eine schöne Frau verunstalten», heisst es bei Helene Fischers Post zum Shooting mit Peter Lindbergh.   

Dass der, wie Helene Fischer im Interview sagt «Oh Gott ist das ehrlich»-Look nicht bei allen gut ankommt, war eh klar. Denn wie Fischer selbst sagt: «Schuhe und ein perfekt inszenierter Look sind ja irgendwie auch eine Rüstung, die man sich für die Bühne anzieht.» Jetzt ist die Rüstung halt einfach mal husch weg. Und alle können sich wieder beruhigen. «Atemlos» hat eben viele Bedeutungen im Helene-Kosmos. 

 

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