5 erfolgreiche Frauen packen aus – Teil 1 Schlecht geschlafen? Diese Tipps helfen gegen die Müdigkeit

Wie wird man mit einer schlechten Nacht fertig? Das haben wir fünf erfolgreiche Frauen gefragt, die rund um die Uhr funktionieren müssen. Hier kommen ihre Tricks. 
Model mit geschlossenen Augen
© Getty Images
Lauren Wildbolz

Kraftgetreide

«Seit unsere Tochter vor vier Jahren geboren wurde, meine Caterings immer mehr anziehen und daneben auch noch das Privatleben Platz haben soll, komme ich kaum zu ge­nügend Schlaf. Hin und wieder liege ich um zehn im Bett und bin um vier immer noch wach. Dann weiss ich, dass ich am nächsten Abend sicher gut schlafe. Dank meiner Er­fahrung mit veganem Essen – mein letztes Kochbuch habe ich zusammen mit drei Ärzten geschrieben – weiss ich, was mir guttut. Ich esse morgens einen warmen Brei aus Getreide wie Hirse, Griess, Dinkel, Haferflocken und Chufli Yoga, das ist ein Mix aus Erdmandeln, Früchten und Ker­nen. Er gibt mir extrem viel Energie. Tagsüber trinke ich Jiaogulan­-Tee. Ich lasse ihn mir in der Zürcher Stauffacher­-Apotheke frisch abfüllen. Die Japaner nennen ihn den ewigen Jungbrunnen. Er regt an, aber dehy­driert nicht. Ich sorge dann auch für eine Extraladung Vitamine, Zink, Eisen und nehme Spirulina­-Press­linge. Das Pulver empfehle ich nur in Smoothies. Pasta­ und Pizzagelüsten gebe ich nach. Es ist ja eher die Menge entscheidend, zu viel erschlägt einen. Wenn ich nach einem Catering für 150 Personen erst um vier am Morgen im Bett liege, übernehme ich mich später am Tag nicht. Sollte ich ins Ashtanga­-Yoga gehen, bin ich sehr sanft mit mir, mache keinen Kopf­stand und bin öfter in der Kindshal­tung. Echt konzentrieren muss ich mich, wenn ich auf meinem Christian­sen­-E-­Bike sitze, weil es vierzig fährt. Es ist mein ‘Stadtauto’, in sei­nem Anhänger haben das Kind oder auch mal hundert Champagner­flaschen Platz, mit ihm bin ich auch bei Schnee und Regen unterwegs. Kundentermine sind mir heilig, aber wenn mich die x­-te Studentin zu Veganismus interviewen will, vertröste ich sie auf die Woche drauf. Was mir neben Musik auch guttut, ist warmes Wasser. Am liebsten liege ich im 37­-Grad-­Pool im 32. Stock des Swiss­ôtels. Das ist mega, man sieht bis nach Zürich. Gut runterfahren, wenn dafür die Zeit fehlt, kann ich aber auch in meiner Wanne mit Lush­-Badekugeln.»

Sita Mazumder

Ein gutes Umfeld

«Ich schlafe in der Regel sehr gut. Deshalb kann ich auch so viel machen und fühle mich nicht über­lastet. Umso schlimmer ist für mich, wenn ich zu wenig Schlaf ab­kriege. Weil ich eine Nacht durch­arbeite oder als Verwaltungsrätin in einer besonders belastenden Phase stecke. Da fühle ich mich morgens zuweilen so gerädert, als hätte ich kein Auge zugetan. An solchen Tagen komme ich mir vor wie ein kleines Geisslein, das vor einem riesigen Berg steht und nicht weiss, wie es da raufkommt. Kaffee trinke ich nicht, mein Koffein hole ich mir dann aus Cola Zero, und wenn es gerade sehr happig ist, darfs Schoggi dazu sein. Anschliessend mache ich mich an meine Liste. Ich bin sehr struktu­riert. Ich frage mich: Was ist wichtig, wo kann ich abspecken, was wohin schieben, was kippen? Ich weiss, meine Energie ist an dem Tag be­grenzt und ich bin wahrscheinlich nicht so schnell wie sonst. Dann rat­tere ich den Kleinkram ab und fo­kussiere befreit aufs Grosse. Auf dem Heimweg wäre eine spontane Massa­ge super, aber in Zürich ist ja immer alles ausgebucht. Yoga habe ich aus­probiert, aber es ist nichts für mich, obwohl ich es als Halbinderin ja in den Genen haben müsste. Ich tue mir anders gut: mit einer Lindor­-Kugel, indem ich mit meinem Schatz koche, auf dem Sofa kuschle und “The Big Bang Theory” schaue. Aber das sind nur schöne Nebenschauplätze. Das Wichtigste ist, dass der Kern stimmt. Das Umfeld muss einen nähren, be­ruflich wie privat. Ich habe es schon immer in meinem Leben korrigiert, wenn es nicht mehr gut war. So wie kürzlich. Ich wollte beruflich wieder mehr coole Sachen mit lässigen Leu­ten machen. Das tue ich jetzt. Wir leisten viel, aber wir lachen auch viel. Ich kann auch mal reinlaufen und sagen: ‘Hey, ich bin überfahren.’ Gerade an so Tagen gibt mir mein Umfeld viel Energie.»

Anna Baumgartner

Me-Time am Abend

«Wenn ich übermüdet bin, kämpfe ich vor allem mit meinem schlechten Gewissen. Weil ich dann nicht so kraftvoll bin wie gewohnt und nicht mit voller Power bei der Sache. Aber ich versuche, es gut sein zu lassen, sonst komme ich in einen Teufelskreis. Am meisten hilft mir an solchen Tagen Leichtes, Energiespendendes: Suppen, gedämpftes Gemüse, Smoo­thies und Säfte. Der Lust auf Koffein und Zucker halte ich stand, weil mich diese schnelle Energie in ein grosses Tief führt. Stevia­-Schokolade ist okay. Anstatt auf Kaffee setze ich auf die Adaptogen­-Mischungen Moon Juice Brain Dust und Moon Juice Power Dust mit Ghee und Kur­kuma. Damit fühle ich mich sofort belebt und bin voll konzentriert. Ausserdem besprühe ich mich mit Radiant Energy von Lotuswei, der Duft gibt mir Kraft. Und geradezu fühlbar Energie ins Blut pumpt mir das gleichnamige Elixir, das ich fünf­ bis siebenmal am Tag unter die Zunge tröpfle. Hilfreich ist auch, wenn ich mich hübsch fühle: Blush macht frischer als Bronzer und natürlich glänzende Lippen und ein leichter Lidstrich strahlender, ge­nauso wie Highlighter und Mascara. Nach einer durchwachten Nacht brauche ich san es Restorative Yoga. Damit halte ich durch und bleibe emotional in Balance. Zwanzig Minu­ten reichen aus. Anstrengende Work­-outs liegen nicht drin. Termine sage ich nie ab, ich würde sie abends im Bett nicht aus dem Kopf kriegen. Ich versuche vielmehr, besonders effizient zu arbeiten. Aber: Je weni­ger Zeit ich am Bildschirm verbrin­ge, desto besser, grad am Abend. Social­-Media­-Scrolling ist dann pures Gift für mich. Da ich aber haupt­sächlich am Laptop arbeite, habe ich die App f.lux geladen. Sie filtert nach Sonnenuntergang die blauen Strahlen raus, die die Melatonin­ausschüttung blockieren. Seither schlafe ich besser. Was ich jedoch am Abend dringend brauche, ist Zeit für mich, um meine Gedanken zu ordnen und ruhig zu werden. Ich gehe danach mit einem echten Erholungsvorsprung ins Bett – so als würde sich mein Körper Me­-Time holen wollen.»

Mehr Tipps gibt es morgen in Teil 2 von Stephanie von Orelli und Barbara Lax.

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