Interview: Eric Blum Dieser Hockey-Star macht Hüte

Der SCB steht aktuell im Playoff-Halbfinal. Mit dabei ist Eric Blum. Doch der Schweizer mit japanischen Wurzeln kann noch mehr. Zum Beispiel zeigen wie es aussieht, wenn ein Hockey-Profi unter die Modemacher geht.
Eric Blum
© Tamara Janes / Style

Eishockey-Star, Sänger und eben Hutdesigner: Eric Blum hat viele Talente. Wir trafen den Berner in seiner Wohnung, in der er sich im Keller ein Studio für sein Hutlabel «Onkai» eingerichtet hat, und haben mal nachgehakt, was es mit der Liebe zur schicken Kopfbedeckung auf sich hat.

Style: Im Januar eröffneten Sie in Zürich Wiedikon den Showroom Onkai Spaceship. Warum Hutdesign?
Eric Blum: Mein Grossvater trug schon immer einen Hut, und mir gefiel dieses Accessoire seit jeher. Irgendwann wurde ich neugierig auf das Handwerk dahinter. Was mich zusätzlich anstachelte: Im Internet findet man nichts dazu. Dieses Unbekannte reizte mich, denn ich wusste, hier kommt eine Schatzsuche und ein Riesen Abenteuer auf mich zu. Und so war es: Eine neue Welt tat sich auf, überall entdeckte ich plötzlich Dinge, die mit Hüten im Zusammenhang stehen. Seit ich in Bern wohne, gehe ich oft auf Brocantes, etwa in Payerne. Dort finde ich zum Beispiel alte Hutformen. Leider ist das Metier am Verschwinden.

Sie sagen es, Hüte stammen quasi noch aus einer anderen Zeit. Sind Sie ein Nostalgiker?
Wenn Sie sich hier bei mir umschauen, ist das offensichtlich. Ich habe einen alten Plattenspieler und ein altes Röhrenradio, ich liebe Brockenhäuser und Flohmärkte, Dinge mit einer Lebensgeschichte.

Eric Blum macht Hüte
© Tamara Janes / Style

In seiner Wohnung zieren die Hüte ihn und seine Deko. Im Keller hat sich Eric Blum ein Atelier eingerichtet. 

Haben Sie sich das Handwerk des Hutmachers selbst beigebracht?
Die Grundkenntnisse lernte ich bei einer Modistin in Aarau. Ich bin auf sie zugegangen und habe sie gefragt, ob sie mir die Tricks und Kniffe zeigen könnte. Danach ging es ans Üben und Ausprobieren. Ich habe so manches Stück, das ich gefertigt habe, weggeworfen.

Reissen Ihre Kollegen Sprüche über Ihre Leidenschaft?
Nein. Ich bin sicher bekannt als der untypische Hockeyspieler, durfte aber auch schon für Kollegen Hüte machen, zum Beispiel für Roman Josi.

Ihr Label heisst Onkai. Was bedeutet der Name?
Es ist der Familienname meiner Mutter. Mein Grossvater gab ihn sich nach dem Zweiten Weltkrieg. Es bedeutet «den Ozean respektieren und wertschätzen».

Werden Sie nach der Karriere als Athlet voll auf Onkai setzen?
Durchaus vorstellbar. Aber das Leben bringt manchmal Unvorhergesehenes. Vielleicht mache ich mal Schuhe oder werde Koch und eröffne ein Restaurant. Im Moment möchte ich diese Welle reiten, mal schauen, wie weit sie mich trägt.

Vor wem ziehen Sie den Hut?
Ich finde den Dalai Lama einen recht coolen Dude. Seine Offenheit ist bemerkenswert. Im Sport natürlich vor Roger Federer. Und sonst vor allen Müttern auf dieser Welt. Meine Schwester bekam vor drei Monaten ein Mädchen, und gerade eben wurde ich Götti vom Kind meiner besten Freundin. Schon als Aussenstehender ist so ein kleines Wesen überwältigend; ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das bei eigenen Kindern sein wird.

Ihre Freundin ist modisch auch inte­ressiert, studiert Fashion Assistant an der Schweizerischen Textilfachschule. Fragen Sie sich gegenseitig um Rat in Sachen Mode?
Nein, wir sind beide sehr selbstsicher, was Mode angeht. Ich finde eh, dass sie sich stets super stylt, und umgekehrt ist es offenbar genauso. Aber sie ist immer die Erste, der ich einen Hut zeige, sobald er fertig ist. Oder ich frage sie nach ihrer Meinung, wenn es darum geht, bei einem Modell eine Farbe zu wählen.

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