10 Fragen an Veronica Fusaro So eiskalt ist die Schweizer Musikerin wirklich

Veronica Fusaro ist gerade zwanzig und schon auf der Überholspur in der Schweizer Poplandschaft. In ihren Liedern erzählt die Thunerin aus ihrem Leben.
Veronica Fuaro steigt immer weiter nach oben
© Style Magazin

«Ice Cold», so heisst die neue EP von Veronica Fusaro, das zweite Minialbum innerhalb von zwei Jahren. Und auf den ersten Blick wirkt die hübsche Thunerin wirklich etwas kühl, unnahbar. Doch kaum sind wir im Gespräch, steckt uns die Zwanzigjährige mit ihrem Lachen an. Sie wohnt noch bei ihren Eltern, hat im Keller ihr Studio eingerichtet. Dort greift sie auch während unseres Treffens immer wieder zur Gitarre, spielt einige Akkorde, zeigt uns ihr Mini-Keyboard, mit dem sie auf Reisen komponiert, und ihre vielen Notizbücher mit Textideen, Zeichnungen und Collagen. Kein Zweifel, dass in der Singer-Songwriterin noch jede Menge Ideen für neue Lieder schlummern. Spätestens seit Veronica bei den Swiss Music Awards 2018 ihre Single «Better If I Go» schmetterte und das gesamte Zürcher Hallenstadion mitriss, ist klar: Eiskalt lässt diese Frau niemanden.

Style: Sie waren bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zu Besuch – haben Sie dem Schweizer Haus eingeheizt?
Veronica Fusaro: Auf jeden Fall! Die Leute haben mitgetanzt, geklatscht und Spass gehabt.

Von wem sind Sie Fan?
Da beschränke ich mich auf musikalische Vorbilder. Amy Winehouse ist zum Beispiel eine grosse Inspiration und beeinflusst mich auch in meiner Musik. Ihre Stimme, ihre Songs und die Ehrlichkeit in ihren Texten finde ich beeindruckend.

Stimmlich werden Sie häufig mit der neuseeländisch-kroatischen Musikerin Lorde verglichen.
Ich höre ihre Songs sehr gern, daher nehme ich das als Kompliment. Ausserdem schreibt sie tolle Texte, und es ist beeindruckend, was sie mit ihren 21 Jahren schon alles erreicht hat. Sie ist definitiv auch ein Vorbild für mich.

Sie studieren Soziologie. Inwiefern beeinflusst das Ihre Musik?
Es gibt einen indirekten Einfluss. Dadurch, dass ich viel über die Gesellschaft lerne, beobachte ich Menschen und ihren Umgang miteinander genauer. Das fliesst natürlich in meine Texte ein.

In Ihren Adern fliesst italienisches Blut. Wie äussert sich das?
Ganz klar beim Autofahren! Da gehe ich schon mal an die Decke. Abgesehen davon würde ich mich aber als entspannte Person bezeichnen.

Veronica Fusaro zu Hause
© Style Magazin / Simon Habegger

Gefühle kommen in den fünf Songs Ihrer neuen EP nicht zu kurz. So eiskalt können Sie nicht sein.
Interessanterweise merkt man das an meiner Arbeit besonders. Beim Schreiben kann ich meine Gefühle am besten ausdrücken.

Woher kommt dann der Name «Ice Cold»?
Er hat mehrere Bedeutungen. Einerseits können Menschen eiskalt sein. Das ist mir während des Produzierens in vielen Situationen bewusst geworden. Auf der anderen Seite steht der Name für einen perfekten Moment. Etwa, wenn man an einem heissen Sommertag einen eiskalten Drink geniesst.

Ihre Texte suggerieren: Sie scheinen eine Beziehung hinter sich zu haben.
Ja. Alle Lieder sind autobiografisch. Am besten hört man einfach hin – dort erzähle ich alles, was ich zu erzählen habe.

Braucht es einen gewissen Grad an Unglück, um kreativ zu sein?
Es hilft sicher. In den Herbst- und Wintermonaten wird es früh dunkel, und man geht seltener raus. Die viele Zeit zum Nachdenken hilft – und etwas melancholische Songs liegen mir ohnehin sehr.

Was waren die Highlights Ihrer bisherigen Karriere?
Sicherlich gehören die Swiss Music Awards im Februar in Zürich dazu. Einmal im Hallenstadion zu spielen, war ein Kindheitstraum von mir und eine tolle Erfahrung. Am gleichen Tag ist ausserdem meine EP erschienen. Wir haben so lange auf sie hingearbeitet. Bis alles gestimmt hat, war es ein weiter Weg.

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