5 Minutes with… Joris, Musiker

Vor seinem Konzert im Papiersaal heute Abend haben wir den 25-jährigen Singer-Songwriter aus Stuhr zum Kaffee getroffen und mit ihm über gutaussehende Musiker und Taktlosigkeit gesprochen.
Joris

Joris ist noch bis Anfang Dezember auf Tour.

SI Style: Was wolltest du als kleiner Junge werden?
Joris: Rettungshubschrauberpilot.

Und wie bist du der geworden, der du heute bist?
Ich glaube, da war einfach genügend Dummheit und Verrücktheit da, um das durchzuziehen. Ich habe immer Musik gemacht, schon seitdem ich fünf Jahre alt war. Und da bin ich nie von abgekommen – werde ich wahrscheinlich auch nie.

Wenn du deinem 16-jährigen Ich einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Hmm… Ich stehe eigentlich immer zu dem, was ich mache 
– ob das nun richtig ist oder falsch, ich glaube, im Nachhinein ist jede Entscheidung, die man trifft, für irgendwas gut. Aber vielleicht würde ich mir sagen, dass ich mir nicht immer ganz so viele Sorgen um alles machen muss, sondern dass die Dinge eher noch mehr Optimismus brauchen und am Ende eh so kommen, wie sie kommen.

Du hast die Wahl zwischen nie wieder Musik hören oder ein und denselben Song für den Rest deines Lebens. Wofür entscheidest du dich?
Das sind beides ziemlich quälende Vorstellungen ehrlich gesagt. Wie heisst es so schön, da kann ich jetzt zwischen Pech und Schwefel entscheiden… Aber ich würde mich tatsächlich für den einen Song entscheiden, weil ich dann immerhin überhaupt noch Musik hören könnte.

Was war denn der letzte Song, den du gehört hast?
So richtig, richtig gehört habe ich – und ich hab wenig Bosse bisher in meinem Leben gehört – eine Nummer von ihm, die heisst «Familienfest». Die hab ich wirklich sehr aktiv angehört, weil sie mich sehr bewegt hat.

Gibt es einen Song, von dem du dir wünschst, du hättest ihn geschrieben?
Oh, da gibt es viele! «These Streets» von Paolo Nutini hätte ich gerne geschrieben. Ich hätte gerne… «Amie» von Damien Rice geschrieben. Oder was heisst, die hätte ich gern geschrieben 
 das sind einfach so tolle Songs, bei denen ich mich frage, wie hat er das gemacht, wann kam ihm die Inspiration dazu und so.

Was erwartet einen bei einem Joris Konzert?
Gutaussehende Musiker! Und ich bin auch mit dabei… Spass, Energie und ein gutes Konzert. Vor allem eins, das viel beinhaltet, auf dem sehr viel Interaktion zwischen Publikum und Bühne passiert.

Würdest du selber auf ein Joris Konzert gehen?
Unbedingt, ja!

Wann und wo bist du am glücklichsten?
Ich würde sagen auf der Bühne. Wir sind ja seit Mai mit dem Bus unterwegs und abends auf der Bühne gibt's dann immer die Belohnung für den ganzen Tag.

Du hast am 1. Dezember Geburtstag, bist also Schütze. Kennst du die Eigenschaften, die ein Schütze angeblich haben soll?
Nein…

Ich hab sie nachgeschaut: optimistisch, sorglos, weltoffen, energisch, fröhlich… Aber auch unorganisiert, taktlos… 
Also taktlos bin ich nicht. Das Konträre daran beschreibt mich sehr. Ich bin zum Beispiel auf der einen Seite optimistisch, auf der anderen aber manchmal auch sehr nachdenklich. Das passt nicht unbedingt perfekt zusammen. Und genauso ist auch mein Album «Hoffnungslos Hoffnungsvoll». Ein bisschen hoffnunglos, ein bisschen melancholisch ist mein Leben manchmal, aber insgesamt hoffnungslos hoffnungsvoll – also unglaublich hoffnungsvoll.

Was machst du heute noch, bevor es auf die Bühne geht?
Noch mehr Interviews. Und dann geht's zum Soundcheck. Heute ist ja das kleinste Konzert der Tour, es wird also unglaublich kuschelig und bestimmt ein ganz verrückter Abend deswegen.

Und was passiert, wenn deine Tour vorbei ist?
Die Tour geht inzwischen bis Anfang Dezember, danach kommen noch ein paar vereinzelte Konzerte zum Jahresabschluss. Weihnachten werde ich zu meiner Familie fahren, die habe ich schon länger nicht gesehen. Und ab Februar sind wir schon wieder unterwegs.

Joris spielt heute Abend ab 20:00 Uhr im Papiersaal in Zürich.
Alle weiteren Tourdaten gibt es auf jorismusik.de

 

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