Stuhl «Juppa» für Atelier Pfister «Lange Beine sind auch bei einem Stuhl schön»

Jörg Boner entwarf einen leichten, erschwinglichen Holzstuhl für Atelier Pfister. Mit SI Style spricht der Produktdesigner über Design als Luxusgut, warum er als Kind Tierarzt werden wollte und über den Duft von Bachforellen.
Juppa Holzstuhl Jörg Boner Atelier Pfister
© Atelier Pfister

Der Stuhl «Juppa» von Jörg Boner ist in Buchenholz schwarz oder nature bei Atelier Pfister erhältlich, Fr. 249.–.

SI Style: Kann ein Stuhl seinen «Besitzer» schöner machen?
Jörg Boner: Vielleicht nicht schöner, aber eine Bühne für die Person ist er auf jeden Fall.

Was bedeutet «Juppa»?
Gemäss dem Konzept von Atelier Pfister sind alle Produkte nach einer Ortschaft im Heimatkanton der Designer benannt. Juppa ist ein Dorf im Bündner Averstal. Die Leichtigkeit dieses Worts passt zum Stuhl.

Wo würden Sie dem Stuhl am liebsten wiederbegegnen?
Er ist als universelles Stück gedacht, das in allen Lebenslagen zuhause ist: im Esszimmer genauso wie in der kleinen Küche der Altbauwohnung, aber auch im angesagten Restaurant oder im Wartesaal beim Zahnarzt.

Haben Sie beim Gestalten manchmal ein konkretes Zielpublikum vor Augen? 
Ja und nein. Beim Briefing spielt die mögliche Kundschaft schon eine Rolle, aber danach beim Entwerfen denke ich nie an eine konkrete Person, das ist zu abstrakt.

Skizze Holzstuhl Juppa Atelier Pfister
© Jörg Boner

Skizzen von Produktdesigner Jörg Boner zum Holzstuhl «Juppa».

Was wollten Sie als kleiner Junge werden?
Tierarzt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und begleitete als Kind oft tagelang meinen Nachbarn, einen Viehdoktor, etwa zu einer kalbernden Kuh.

Wofür geben Sie gern oder regelmässig zu viel Geld aus?
Für Essen.

Soll Design erschwinglich sein oder im Gegenteil ein Luxusobjekt?
Es darf beides sein. Im Fall von Atelier Pfister ist es sicher richtig, wenn es möglichst vielen Leuten zur Verfügung steht. Denn diese Linie bietet Möbel für den Alltag. Das tut sie auf schöne Art und Weise mit Fokus auf Schweizer Design.

Ihr wertvollster Besitz?
Mein MTB-Fahrrad und ein Orientteppich.

Ihre letzte Reise führte Sie wohin?
Nach Italien zu einem Kunden.

Wie wohnen Sie?
In einer Altbauwohnung aus den Dreissigerjahren in Zürich.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch? 
Das Buch «Zusammenarbeit» von Richard Sennett.

Welcher Duft erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Den Duft von frisch gefischten Bachforellen vergesse ich nie mehr. Als Kind bin ich viele Morgen früh aufgestanden, um mit meinem Onkel an der Landquart fischen zu gehen.

Die letzte SMS, die Sie jemandem geschickt haben?
«Ok».

Sind Sie ein Morgen- oder Nachtmensch?
Ein Morgenmensch.

Woran arbeiten Sie gerade?
An einem leichten Tisch für Atelier Pfister, der «Juppa» ergänzen wird.

Ein Möbel, das Ihr Leben beeinflusst hat? 
Die Arbeiten von Achille Castiglioni faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Seine Entwürfe haben auch nach der langen Zeitdauer nichts an Aktualität, Frische und Charme eingebüsst.

Jörg Boner
© Milo Keller

Der Produktdesigner Jörg Boner lebt und arbeitet in Zürich.

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