Homestory Dominique Brunner Schwarze Wände, bunter Kitsch

Dominique Brunner, Inhaber des Einrichtungsgeschäfts Pure Living, öffnet für uns die Türen zu seiner Wohnung am Zürichsee.
Wohnzimmer von Dominique Brunner
© Reto Guntli & Agi Simoes

Wohnzimmer von Dominique Brunners Wohnung am Zürichsee.

Wie richtet sich jemand ein, der professioneller Wohnberater ist? Anders, als man erwarten würde! In Dominique Brunners eigenen vier Wänden sieht es mitnichten aus wie in einem Showroom. Stattdessen fällt das Auge immer wieder auf ein neues, überraschendes Element. «Humor ist enorm wichtig! In jede Wohnung gehören Kunst und Kitsch. Und Letzterer soll zum Schmunzeln anregen. Man muss nicht alles so ernst nehmen», sagt der Innenarchitekt. Bei ihm ist das etwa eine Tischleuchte, deren Sockel sich aus einer Pistole bildet, ein Entwurf von Philippe Starck. Oder die riesige Fotografie von Sabine Liewald, die einen bronzenen Schädel zeigt. Es ist die Vergrösserung eines Türknaufs am Eingang eines New Yorker Fitnesscenters. «Morbid, aber sehr chic», so der lapidare Kommentar von Brunner dazu. 

Düster könnten auch die vielen schwarzen Wände anmuten, doch Brunner revidiert: «Wir haben in unserer Wohnung sehr viele Fenster. Und pro Raum strichen wir maximal zwei Wände schwarz. Das sorgt für eine unglaubliche Tiefenwirkung.» Optisch wirke der Raum um einen Drittel grösser, seit die Wände nicht mehr Weiss, sondern dunkel seien. Ausserdem schaffe der dunkle Anstrich Geborgenheit. «Im Grunde sind wir immer noch Höhlenbewohner», sagt Brunner. 

Der Einrichtungsexperte hat eine besondere Vorliebe für Glasobjekte. Begonnen hatte alles damit, dass er in Mailand zum ersten Mal das Geschäft der italienischen Glasmanufaktur Venini betrat. Was er dort an Glaskunst zu sehen bekam, begeisterte ihn dermassen, dass er fortan begann, Glasobjekte zu sammeln. «Leider!», sagt er und lacht: «Es gäbe günstigere Hobbys». Am meisten stolz ist er auf eine türkisfarbene Vase von Venini, die er auf der Pariser Messe «Maison & Objet» erstanden hat. Davon gibt es nur 19 Stück. Eigentlich hatte er sie für einen Kunden gekauft, doch wieder zurück in Zürich, brachte er es nicht übers Herz, sie wegzugeben.

Eine weitere Schwäche hat er für Leuchten – am liebsten ist ihm, wenn sie rar sind. Schöne Vintage-Stücke findet er zum Beispiel auf der Messe Design Miami in Basel und immer wieder auf dem marché aux puces, dem bekannten Flohmarkt in Paris bei der Métro-Station Porte de Clignancourt.

Doch Dominique Brunner kann sein Herz auch an einfache Objekte verlieren. Sein Lieblingsstück in der Wohnung ist ein kleines Nilpferd aus Speckstein, das seinen Platz auf dem Salontisch gefunden hat. Fast täglich muss er es berühren. Dabei haderte er vor dem Kauf mit sich, wie es dem Schnellentschlossenen sonst kaum passiert. Dreimal ist er in den Laden zurückgekehrt, ehe er sich definitiv für das Nilpferd entscheiden konnte. Es kostete 12 Franken.

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