Nadine Strittmatter - Blog-à-porter Mut zur Individuatlität

AB SOFORT FREUEN WIR UNS WÖCHENTLICH ÜBER ZWEI NEUE SI-STYLE-BLOGGERINNEN: MIT MARÍA DOLORES DIÉGUEZ, EHEFRAU VON HOLLYWOOD-STAR JOSEPH FIENNES, ERLEBEN WIR DEN «LIFESTYLE OF HEALTH AND SUSTAINABILITY». MODEL NADINE STRITTMATTER ZEIGT UNS IHR FACETTENREICHES PARIS, TRÈS CHIC, TRÈS SEXY. Heute erzählt Nadine, warum sie zu Bob Dylan aufschaut und Pink und Grün zusammenpassen, oder eben nicht...
Nadine Strittmatter in Paris
© Nadine Strittmatter

Ab sofort bloggt Model Nadine Strittmatter zweimal im Monat auf sistyle.ch

Mir gefällt das deutsche Wort Instinkt nicht gut. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es das Wort «stinkt» in sich trägt. Wie soll man auf etwas, das stinkt, vertrauen können? Bei Entscheidungen kämpfen in mir immer mein Kopf und mein Instinkt. Als ich noch jünger war, hat meistens mein Kopf gewonnen. Ich habe das Glück, fast jeden Tag mit talentierten Leuten zusammenarbeiten zu dürfen, von denen ich nicht nur über Mode und Kulturgeschichte lerne, sondern auch, auf sein Gefühl zu hören. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass ein pinker Cardigan kombiniert mit einer grünen Tasche super aussehen kann - an der einen Frau. An einer anderen aber kann es wirken wie ein Fastnachtskostüm. Es gibt keine Regel, ausser, sich selbst vertrauen.

Inga Savits mit Inga Savits Bag und Schuhen
© Nadine Strittmatter

Inga Savits mit Inga Savits Tasche und Schuhen

Ende Januar während den Couture Shows in Paris habe ich mit meiner Freundin Inga Savits geluncht. Sie hat ihrem Instinkt vertraut und ist damit sehr erfolgreich geworden. Wir haben früher zusammen gemodelt, sie wusste jedoch schon immer, dass sie eines Tages ihre eigene Schuh- und Taschenlinie machen wird. Ich mag ihre Designs und bestelle mir jede Saison einen Schuh oder eine Tasche bei ihr. Meine Order für den nächsten Winter habe ich auch schon aufgegeben; der Schuh heisst «Nadine» und ich weiss noch nicht wie er aussehen wird!  

Inga mit Model Thais
© Nadine Strittmatter

Inga mit Schuhmodel «Thais»

Ich glaube, dass viele unserer Unsicherheiten dadurch entstehen, dass wir nicht auf unseren Bauch hören. Viele scheinen dem gleichen Schema zu folgen. Das stimmt mich nachdenklich, etwa wenn ich die Strassen herunter laufe und alle sind ähnlich angezogen, ein bisschen wie Soldaten. Das Individuelle und Besondere fehlt, wenn man nur trägt, was man sich abschaut. Oder weil es vielleicht auf einem Blog wie diesem hier oder in einem Magazin als toll verkauft wird. Denn Stil ist etwas anderes. Jeder sollte seinen Stil haben. Und den findet man nur, wenn man mit sich selber verbunden ist. Diese Verbindung können Menschen mit einem kreativen Beruf leichter herstellen. Sie sind den ganzen Tag mit Inspirierendem, mit Musik, Bildern oder Kunst umgeben; alles schöne Dinge, die unsere linke Gehirnhälfte beanspruchen. Dort sitzen unsere Gefühle. Wer den ganzen Tag Zahlen schieben muss und dadurch meistens nur seine rechte Gehirnhälfte benützt, tut sich da wohl schwerer. 

Ein grosses Vorbild für mich zum Thema Gefühl und Verstand ist Bob Dylan. Ich liebe den Dokumentarfilm «No Direction Home» von Martin Scorcese. Er inspiriert mich immer wieder, weil er einen Menschen zeigt, der sich absolut nicht darum kümmert, was irgendjemand über ihn denkt und einfach seiner Mission / seinem Instinkt folgt.

no direction Home - Bob Dylan

«No Direction Home» - Bob Dylan

Im Dossier: Alle SI-Style-Blogs von Maria Dolores Diéguez und Nadine Strittmatter.

Auch interessant