Ja was denn nun? Paar oder nicht? Baker und Frey können sich nicht ganz entscheiden

Seit Monaten waren Bastian Baker und Manuela Frey DAS Gerücht auf Promi-Parties: Sind der Sänger und das Model ein Paar? Sie sagen jein. Willkommen beim flexiblen Millenial-Dating. 
Bastian Baker Manuela Frey
© André Häfliger

Bastian Baker und Manuela Frey tauchen am Samstag gemeinsam an der Pink Ribbon Gala auf. Und sorgen für Verwirrung: Sind das Model und der Sänger jetzt ein Paar oder nicht? Und damit liegen die zwei im Trend. Die No-Label-Beziehung, it's a thing. 

Unsere gefrorenen Herzen sind am Samstag ein bisschen aufgetaut: «Ja, wir sind ein Paar», titelte die Schweizer Illustrierte. Was für eine schöne Meldung am ersten verregnet-schrecklichen Herbstgräuel-Tag 2018. Bastian Baker und Manuela Frey haben sich lieb. Zwei junge Menschen, ein paar Schmetterlinge im Bauch – wo war nochmal «The Notebook»? 

Doch das romantische Glück währte nur 48 Stunden. Am Montag schon titelte 20 Minuten: «Wir sind kein Paar». Ja was denn nun? Ein Paar, kein Paar – ist das nicht eine recht einfache Frage zum Beantworten? Offenbar nicht. Milennial-Dating scheint komplexer zu sein, als der Tinder-Swipe-Superlike-Algorithmus. No-Label-Dating heisst hier das Zauberwort. Spätestens seitdem Zayn Malik seine (nicht-)Beziehung zu Gigi Hadid als «No Label» definierte, scheint ein neuer Trend geboren. Der ehemalige One-Direction-Sänger gab im GQ-Interview zu Protokoll: «Wir sind erwachsen und müssen das nicht labeln, nur um die Erwartungen von anderen zu erfüllen.»

No-Label-Dating ist DER Millenial-Dating-Trend

So wollen es auch Bastian und Manuela handhaben. Die beiden möchten nicht als neues Traumpaar der Schweiz abgestempelt werden (das wäre auch einfacher gegangen: Einfach nicht zusammen auf einem VIP-Teppich posieren und schön Kläppchen halten, aber hänu). Sie wollen ihrer Liebe Raum geben (total ok und mit Sicherheit auch richtig). Oder wie es die britische Beziehungsforscherin Anna Machin gegenüber der BBC zusammenfasst: «Diese Generation geht viele Dinge flexibler an. Wenn Gender und Sexualität nicht mehr binär sind, weshalb sollten es dann Beziehungen sein. Ist es wirklich nötig, sich als Single oder Paar zu verstehen?»  

In der Theorie natürlich nicht. Das Labeln einer Beziehung ist für das Drumherum manchmal fast wichtiger als für die Neu-/Schwer-/-Fest-Verliebten (wenn aus dem No-Label-Freund plötzlich der Plus eins an einer Hochzeit wird – oh die Fragen!). Und trotzdem braucht es auch im labelfreien Kuschelnest ein paar Regeln. «Man muss sichergehen, dass alle Beteiligten mit den gleichen Vorstellungen operieren», sagt Anna Machin. Die Frage: «Sind wir exklusiv?» (Seid ihr, Bastian, Manuela?) ist hier schon mal zielführend. Anders formuliert: Geht ein One-Night-Stand mit jemand anderem noch? Was ist, wenn sich ein Teil des No-Labels plötzlich anderweitig verliebt?  

Was ist der Unterschied zwischen No-Label und Friends-with-Benefits?

Denn auch eine No-Label-Beziehung kann Herzen brechen. Beobachtungen aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis legen nahe, dass unklare Fronten zu Eifersucht, Unsicherheit und Social-Media-Stalking führen. Und deshalb drängt sich uns hier die Frage auf: Ist es denn so schwer? Man mag sich oder man mag sich nicht. Man ist zusammen, oder eben nicht. Worin genau der Unterschied zwischen No-Label-Dating, Friends with Benefits und der guten alten Affäre liegt, hat sich uns noch nicht zu 100% erschlossen. Wir vermuten beim No-Label ein doch graduell höheres Gefühls-Engagement der Beteiligten. Aber wer weiss das schon, No-Label halt. Und so fokussieren wir hier auf die Basics: Egal, in welchem Konstrukt man Spass miteinander hat – miteinander reden müssen alle. Ehrlichkeit ist wie bei allen Beziehungen oder Nicht-Beziehungen (es ist wahnsinnig kompliziert heutzutage) immer noch eine Grundvoraussetzung. Denn lustigerweise ist ja auch die No-Label-Beziehung, nun ja, ein Label. Nur ein ganz besonders diffuses. 

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