Globales Abkommen Wie H&M oder L’Oréal die Plastik-Krise stoppen wollen

Eine lange Liste von Mode- und Beautyunternehmen unterzeichnete gerade ein gemeinsames Abkommen zur Plastikreduzierung. Wie das funktionieren soll und was das für uns als Verbraucher bedeutet? Wir klären auf. 
Plastik Tasche und Schuhe von Chanel
© getty images

Plastik in Form von schwer recycelbaren und umweltschädlichen Materialien begegnet uns im alltäglichen Leben überall. Ob bei Lebensmittelverpackungen im Supermarkt, bei Kosmetikprodukten oder als Tragehilfe für unsere neusten Shopping-Errungenschaften. Obwohl wir hierzulande (noch) nicht direkt mit dem überdimensionalen Kunststoffabfall konfrontiert werden, fällt uns die Problematik spätestens an den Traumständen unser liebsten Reisedomizile auf. Die Meere spülen PET-Flaschen an die Ufer, Fische verfangen sich in Verpackungen und Plastikmüll, jahrhundertalte Riffe sterben aus. Und die Prognosen machen es noch deutlicher: Wenn wir an unserem Verhalten nichts ändern, gibt es 2050 mehr Plastik in den Weltmeeren als Fische! 

Die «Our Ocean Conference» fand jetzt genau da statt, wo sich die Konsequenzen bereits mit am deutlichsten zeigen: auf der vermeintlichen Trauminsel Bali. Dort unterzeichneten mehr als 250 Unternehmen, darunter H&M, die Inditex-Gruppe (zu der unter anderem Zara, Massimo Dutti und Bershka gehören), L'Oréal und der bisher hart kritisierte Nestlé-Konzern das neue «Plastics Economy Global Commitment» der UNO und Ellen MacArthur Foundation. 
Das Abkommen verfolgt drei wesentliche Ziele:

  1. Überschüssige Verpackungen eliminieren und von Einweg- zu Mehrwegverpackungen wechseln.
  2. Bis 2025 sicherstellen, dass alle Verpackungen entweder mehrfach benutzt, recycelt oder kompostiert werden können.
  3. Den Plastikkreislauf verbessern, indem Kunststoffabfall zu neuen Produkten recycelt wird. 

Eine noble Geste, ja – aber schliesslich machen die beteiligten Unternehmen aktuell auch 20% der weltweiten Plastikverpackungs-Produktion aus! Um sicherzugehen, dass die angestrebten Ziele auch erreicht werden, finden ab sofort alle 18 Monate Kontrollen in den teilnehmenden Firmen statt.

Was bedeutet das «Plastics Economy Global Commitment» für uns Verbraucher?

Schon jetzt muss in den meisten Shops und Supermärkten für Plastiktüten draufgezahlt werden. Diese Woche zog auch der Kiosk-Betreiber Valora nach. Mit 5 bis 20 Rappen ist der Betrag für die Tüten allerdings noch so gering, dass er uns vom Kauf kaum abhält. Wenn in Zukunft nur noch auf recycel- und wiederverwendbare Materialien gesetzt wird, werden Preiserhöhungen für Tüten und Verpackungen die Folge sein. Jutebeutel oder andere robuste Tragetaschen sind also eine clevere und umweltbewusste Alternative.

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