Kinotipps «Solo: A Star Wars Story» und «The Happy Prince»

Was ist Ihnen lieber, werte Leserin? Ein Gauner oder ein Dichter? Beides ist zu haben – ab heute im Kino.

«Solo: A Star Wars Story»

Der neueste «Star Wars»-Streich spielt zwar noch immer in ferner Zukunft, in einem weit entfernten Universum. Aber die Geschichte geht weiter zurück als die bisherigen Weltraum-Abenteuer. Wir lernen den Schmuggler Han Solo (Alden Ehrenreich) kennen, bevor er der Pilot des Millennium-Falken im Sternenkrieg wird. Han, der Waisenjunge, muss sich aus diversen kniffligen Situationen retten, um seine geliebte Qi’Ra (Emilia Clarke) retten zu können. Im Knast trifft er auf einen riesigen, haarigen, grunzenden Fressfeind, Chewbacca, dem er zur Freiheit verhilft und damit einen Freund – und späteren Co-Piloten – gewinnt.

«Solo» bewegt sich zwar auf einer Sideline, wird aber Star-Wars-Fans beglücken, ist doch vieles drin im Film, was den Charme der Weltraum-Saga ausmacht: Kämpfe, Prügeleien, Verfolgungsjagden in seltsamen fliegenden Objekten, fremde Welten, lockere Sprüche, ein bisschen Amore. Erstmals hat ein Oscar-Gewinner Regie bei einem «Star Wars»-Film geführt: Ron Howard. Der Mann ist sich Mega-Sets und Giga-Projekte gewohnt, er dirigierte schon «Rush», «Apollo 13», «Sakrileg» und «Illuminati». 

«The Happy Prince»

Für das traurige Ende von Oscar Wilde (1854-1900) reisen wir 120 Jahre zurück. Der grossartige Film erzählt die letzten Monate aus dem Leben des Skandal-Dichters, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, wo er wegen Unzucht (er war schwul) zwei Jahre einsass. Knast und Zwangsarbeit haben den Dandy schwer gezeichnet, er kehrt seiner britischen Heimat den Rücken und reist nach Neapel und Paris, wo er 1900 mit 46 Jahren in einem schäbigen Hotelzimmer stirbt.

Biopics stehen und fallen mit der Besetzung des Helden. Mit Rupert Everett ist die Hauptrolle schlicht perfekt besetzt. 30 Jahre lang wurde der Beau als Beau als gecastet, als später Wilde Boy hat er mächtig an Gewicht, Falten und Alter zugelegt. Und er legt mit «The Happy Prince» gleich seine erste Regiearbeit vor. Congratulation, Mister Everett! Well done!

Auch interessant