Die Body-Positivity-Lüge Street-Style-Ikone mit Grösse 40 dringend gesucht

Street Styles haben Laufstegbildern längst den Rang abgelaufen. Ganz einfach, weil sie echte Frauen zeigen und keine Models. Doch in Sachen Body Positivity liegen sie ganz hinten. Wir gehen dieser Frage nach.
Street Style Ikonen auf den Strassen von Paris
© Getty Images

Schlank von links nach rechts: Tiffany Hsu, Evangelie Smyrniotaki, Charlotte Groeneveld.

Gerade erst gingen die internationalen Fashion Weeks zu Ende. Was man da, neben den aktuellen Fashion-Trends zu sehen bekam, war auch der Trend zu mehr Diversität. Bei Oscar de la Renta schritt das Transmodel Teddy Quinlivan mit dem ansonsten ebenfalls sehr vielseitigen Modelcast über den Laufsteg. So schickte etwa Rihanna an der New York Fashion Week für ihr Label Frauen in allen Grössen über den Laufsteg. Und sogar in Paris zeigte Eva Longoria bei L'Oréal stolz ihre Babypfunde.

Von diesem Trend scheint aber der Grossteil der Influencer und Gäste noch nichts mitbekommen zu haben. Oder wie ist es zu erklären, dass es der Style-Redaktion fast nicht möglich war, ein Street-Style-Foto von einer Fashion Week zu finden, das eine Frau von Grösse 38/40 aufwärts zeigt. Übrigens, die gängigste Kleidergrösse in Europas deutschsprachigem Raum ist nach Angaben des statistischen Bundesamtes Deutschland 40/42.

Fakt ist, auf den Laufstegen tut sich was. Immerhin hat das der Diversity Report von «The Fashion Spot» herausgefunden:

Diversität Report für die Fashion Weeks
© The Fashion Spot

Der Fashion Report zählte 2018 49 Plus-Size-Frauen. Das sind nicht viele, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung (2016 waren es schliesslich erst 14 Models mit Übergrösse, die an der Fashion Week laufen durften). Fakt ist aber auch, dass die Bilder von Influencern und Street Styles die moderne Art sind, Trends abzubilden. Und hier sieht man leider (noch) nichts von dem Trend Richtung Body Positivity. Street-Style-Ikonen wie Pernille Teisbaek, Jeanne Damas oder Evangelie Smyrniotaki gelten als Fashion-Vorbilder, tragen aber alle Sample Sizes. 

Die Kollegen von Refinery29 haben bei Street-Style-Fotografen und -Fotografinnen nachgefragt und diese überraschende Antwort erhalten: Sie würden ja gerne auch Frauen jenseits der kleinen Konfektionsgrösse zeigen, aber diese seien nun mal während der Fashion Week schlichtweg unterrepräsentiert. Ein Statement, das unsere Kolleginnen aus der Print-Redaktion dementieren. Solche Passanten seien im Vergleich seltener, aber es seien natürlich Frauen mit Grösse 40 und darüber anwesend. Fotografiert werden jedoch meistens die «Stars», sprich bekannte Blogger und Bloggerinnen in ihren Designer-Outfits. 

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