Unsere Favoriten Zehn dringliche Bitten an ÖV-Benutzer

Sind euch die unappetitlichen Plakate in den öffentlichen Verkehrsmitteln auch schon aufgefallen, die uns darauf aufmerksam machen, dass Grippeviren und allerhand Bakterien mitfahren? Das lässt sich kaum vermeiden, andere Ärgernisse dagegen schon. Das sind unsere Bitten, von Pendler zu Pendler.

Hochziehen
Erkältet in den ÖV unterwegs sein zu müssen, ist für den Verschnupften sowie den (noch) Gesunden unangenehm. Aber, wenn die Nase läuft, bitte Taschentuch nehmen und schneuzen. NICHT hochziehen. Danke.
Sabina Hanselmann-Diethelm, Chefredaktorin

Anrempeln
Ich trug den neuen, kompliziert auf eine Lieferadresse im Ausland bestellten und von meinem Bruder importierten Trenchcoat das zweite Mal, als sich eine Dame im Tram so heftig neben mich setzte, dass sie mich dabei anrempelte. Der Kaffee in meinem To-Go-Becher mit Deckel schwappte in einem grossen Schwall auf meinen Schoss. Der erste Durchgang in der chemischen Reinigung brachte nichts, der zweite mit einem aggressiveren Mittel schwächte die Flecken zumindest so ab, dass man sie nur sieht, wenn man ganz genau hinschaut. Es ist ganz einfach, wie in Dirty Dancing: Das ist mein Sitzbereich, das ist Dein Sitzbereich. Danke.
Priska Amstutz, Stv. Chefredaktorin

Red Bull am Morgen – echt jetzt?
Ich kann zur Not mit dem Zwiebel-Thon-Sandwich hinter mir oder sogar mit dem Thai-Food neben mir leben. Aber der Gestank, den so eine offene Red-Bull-Dose morgens um acht im Tram verströmt, der sorgt bei mir für richtig schlechte Laune und ein sehr unangenehmes Gefühl in der Magengegend.
Nina Huber, Redaktorin

Die Zierde jeder Frau
Im Tram und Bus: Zwischen zwei Haltestellen werden einem gefühlte 83 Mal die Mähne der Vordersitz-Mitfahrerin ins Gesicht geschleudert. Was soll das?!? Mit Vorliebe noch ein Übelkeit erregendes Parfum dazu, wobei die überlangen, mit Nailart malträtierten Krallen nicht fehlen dürfen. Pfui, pfui, pfui. Zum ersten Mal lobe ich mir den Hipster Dutt.
Richard Widmer, Fashion & Style Director

Ö steht für öffentlich…
Dass Telefonieren heute auch ohne Kabel geht, find ich ja enorm gut. Will aber nicht heissen, dass ich auf meiner morgendlichen Tramfahrt mit anhören will, was für ein herzloses, unreifes A … der X denn nun ist und was die arme Y machen könnte, um ihn dennoch – warum zum Gugger auch immer – zurückzugewinnen. Und wenn's denn aber unbedingt sein muss, dass die intimen Telefonate in den ÖV geführt werden, dann doch bitte, bitte, bitte Herrgott zumindest am Ohr und nicht per Facetime. Keiner wills hören, noch keinerer sehen. Merci tuusig.
Kristin Müller, Moderedaktorin

Einfachste Regeln
Als Hardcore-Pendlerin (fast vier Stunden täglich von Haus- zu Bürotüre und retour) ist meine Wunschliste an meine Mit-Verkehrer fast so lang wie das Schweizer Schienennetz. Hier also nur die dringendsten Wünsche:
1. Stehpassagiere im Tram bittebittebitte Rucksäcke ablegen, die dengeln nämlich Sitzpassagieren voll um die Ohren.
2. Keine Gangplatz-Besetzung, wenn der Fensterplatz frei ist.
3. Gepäck und Taschen und Mäntel nur auf dem Nebensitz platzieren, wenn die Dinge auch ein Billett haben. Gilt in Tram und Zug.
4. Und ganz generell: Benehmt Euch!
Anita Lehmeier, Leitung Text/Magazin

Zwiebelsäcke?!
Seit Ringier Axel Springer Schweiz nach Alstetten umgezogen ist, bin ich Meisterin in Busfahr-Gepflogenheiten geworden. So habe ich schnell begriffen, dass es von Vorteil ist, sich möglichst in der Nähe des Buschauffeurs aufzuhalten, denn meine Buskollegen lieben es, ihre 10-Kilo-Zwiebelsäcke frühmorgens zu Stosszeiten auf filigranen Damenschuhen abzustützen. Hier also meine dringende Bitte an meine Mitbusfahrer der Linien 83 und 89: Bitte, bitte transportieren Sie diese Säcke nicht in Stosszeiten, denn nicht nur der Geruch frühmorgens ist ekelerregend.
Susanne Märki, Bildredaktion

Bitte lächeln!
Kleiner Muskelaufwand und grosse Wirkung, denn: Netter Umgang ist ein wahrer Stimmungsbooster! Drum geizt nicht mit einem extra-breiten Lächeln.
Mara Mürset, Grafikerin

Nasses Hundefell
Liebe Hunde-Besitzer, bitte nehmt doch bei Regenwetter wenn möglich eure nassen Hunde nicht in die öffentlichen Verkehrsmittel!
Annie Wehrli, Grafikerin

Maniküre
Die Zeiten sind hektisch, ich weiss. Trotzdem bin ich mir zu 100% sicher, dass jeder, JEDER, neben Fulltimejob, Freizeitstress und Smartphonesucht zehn Minuten findet, um seine Nägel im hauseigenen Badezimmer zu feilen (oder sogar zu knipsen)! Das gehört nicht ins Tram. Punkt.
Laura Scholz, Digital Director

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