Doula engagiert Was macht Meghans «Geburtsdienerin» eigentlich?

Für die Entbindung ihres ersten Kindes setzt die Herzogin von Sussex auf ganz besondere Unterstützung. Was es mit Meghans Geburtsdienerin auf sich hat? Wir haben bei jemandem nachgefragt, der es ganz genau weiss. 
Die schwangere Meghan Markle
© Dukas

Schützend hält Meghan Markle die Hand über ihren Babybauch.

Aus dem Altgriechischen übersetzt bedeutet Doula (ausgesprochen Dula) «Dienerin der Frau». Das mutet beim ersten Hören fast ein bisschen rückschrittlich an. Gemeint ist allerdings lediglich eine Geburtsbegleiterin, die der Schwangerin in erster Linie als emotionale Stütze zur Seite steht. Auch die erstgebärende Meghan Markle soll auf die Hilfe einer Doula – in den meisten Fällen ist das eine bereits erfahrene Mutter – zählen. Doch was macht diese eigentlich genau? «Hauptaufgabe einer Doula ist die konstante Eins-zu-eins-Betreuung während der Entbindung», erklärt Martina Dolder vom Verband Doula Schweiz und ergänzt: «Im Gegensatz zu Hebammen arbeiten wir nicht im Schichtbetrieb und sind über die ganze Dauer der Geburt präsent.»

Neben Rückenmassagen und dem Anbieten von Getränken, mache eine Duola vor allem eines: Einen kühlen Kopf bewahren, selbst wenn es einmal hektisch wird. «Unsere grösste Ressource sind Zeit und Ruhe», erklärt Dolder. Eine Doula ersetze weder Arzt noch Hebamme. «Sie hat keine medizinschen Kompetenzen und kann sich so voll und ganz auf das Wohlergehen der werdenden Mutter konzentrieren.» Dies unterstütze einen möglichst natürlichen Geburtsvorgang, ist Dolder überzeugt. Ihre Dienste würden insbesondere von Frauen in Anspruch genommen, die in der Vergangeheit schwierige Geburten erlebt hätten. Aber auch sehr junge oder eher ältere Schwangere seien Teil der Klientel. Mit ihren 37 Jahren zählt zu Letzteren auch Meghan Markle

Für beide Elternteile

Gatte Harry dürfte ebenfalls von der Doula profitieren. «Gerade die Väter werden enorm entlastet», so Dolder. «Sie müssen sich um nichts kümmern und können sich emotional ganz auf das Ereignis einlassen. Ausserdem können sie ohne schlechtes Gewissen mal ein Nickerchen machen oder etwas essen gehen.» Für eine Geburtsbegleitung sprechen also auch ganz praktische Gründe. «Sowieso distanzieren wir uns ganz klar von jedem Vorwurf der Esoterik», sagt die gelernte Drogistin und Erwachsenenbildnerin. «Wir bedienen lediglch das Grundbedürfnis der Frau, sich während der Geburt in einem geschützten Raum aufzuhalten.»

Auch im Spital schätze man die Zusammenarbeit mit den rund 150 Schweizer Doulas inzwischen. Um sich offiziell beim Verband registrieren zu können, müssen die Frauen eine neunmomatige Ausbildung durchlaufen. Dabei werden die Grundkenntnisse der Abläufe rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett vermittelt. Zudem sind Gesprächsführung und die Organisation der Selbständigkeit wichtige Themen. 

In Zeiten von Hypnobirthing und Baby-Aromatherapie erfreuen sich auch Doulas einer steigenden Nachfrage. Dass ihre Dienste dank Promis wie Meghan Markle nun mainstreamtauglich werden, bewertet Dolder als durchaus positiv, denn: «Es ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig.» Im Gegensatz zu Normalsterblichen dürfte die Duchess of Sussex in Anbetracht der entstehenden Kosten auch kaum mit der Wimper zucken: Rund 1000 Franken werden fällig – Vor- und Nachgespräche inklusive.

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