Zeitgeist Colette C. Camenisch, Chirurgin

Schön, schöner, am schönsten: Die beauty-chirurgin hilft nach, wenn die Natur punkto Aussehen ein bisschen geschlampt hat. 
Camenisch
© Elisabeth Moch

Schönheitschirurgin Colette C. Camenisch

SI Style: Was macht alt?
Colette C. Camenisch: Frustration. Un­gelebte Wünsche in sich zu tragen und keine Perspektiven zu haben. Solche ­negativen Gefühle sieht man in den ­Augen der Menschen. Nichts macht so alt wie Unglücklichsein.

Hätten Sie gern früher gelebt?
Nein, absolut nicht! Die Möglichkeiten, die man als Frau heute hat, sind einmalig! Frei sein, unabhängig denken und sich selbstständig etwas aufbauen, das hätte man in dieser Form früher nicht gekonnt. 

Was schätzen Sie an unserer Zeit?
Das Gleiche, das ich auch hasse: die Geschwindigkeit. Einerseits ist es unglaublich spannend, wie rasant sich alles ent­wickelt, gerade auch in meinem Beruf, wo die Fortschritte enorm sind. Andererseits passiert alles so schnell, dass man gar nicht mehr nachkommt.

Verwenden Sie Anti-Aging-Produkte?
Natürlich, wenn man Botox auch als Anti-Aging bezeichnet … Davon bin ich ein absoluter Fan. Und ich benutze Gesichtsseren von Bioeffect, einem isländischen Fabrikanten, und Cremes von Dr. Levy, einem Schweizer Dermatologen, der pflanzliche Stammzellen verwendet.

Wie meistert frau eine Midlife-Crisis mit Stil?
Ich wüsste schon wie, aber das darf man hier nicht schreiben (lacht). Ich tue mir etwas Gutes: Wellnessbehandlungen, Massagen oder Ferien mit einer Person, die ich liebe.

Mit wem würden Sie am liebsten eine Nacht verbringen?
Oh Gott. Wenn ich wählen dürfte, vermutlich mit Pierce Brosnan.

Wann werden Sie schwach?
Wenn jemand wahnsinnig charmant ist. Menschen mit Charme und Humor, egal ob Frau oder Mann, habens bei mir leicht.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Vor einer Woche. Ich war sehr enttäuscht und fühlte mich von einem Menschen betrogen, den ich sehr mag.

Wie viele Jährchen schenken Sie einer Patientin durch ein Facelift?
Nicht operativ – wir nennen das minimalinvasiv – gewinnt man mit Injektionen von Botu­li­num­toxin oder Hyaluronsäure je nachdem zehn Jahre. Mit einem maximalinvasiven Eingriff, also einer kom­pletten Gesichtsstraffung, etwa fünfzehn Jahre.

Wann ist es zu spät für eine Operation?
Das biologische Alter ist nicht ausschlaggebend. Definitiv zu spät ist es, wenn der Körper eines Menschen nicht mit dem Resultat des operierten Gesichts zusammenpasst. Wenn der Body am Verfallen ist, bringt auch Liften kein befriedigendes Resultat mehr.

Dr. med. Colette C. Camenisch, 42, Fachärztin FMH für plastische, wiederherstellende und ästhetische Chirurgie und für Allgemeinchirurgie, ist Partnerin im Zentrum für Plastische Chirurgie der Klinik Pyramide am See, Zürich. 

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