Mercedes-Benz Fashion Days Zurich 2013 Eine Feldstudie

Das Label Felder Felder empfängt uns in Mitten der letzten Vorbereitungen zur Show an den Mercedes-Benz Fashion Days Zurich. Während dem Model-Casting und anschliessendem Fitting im Zürcher Schiffbau sprechen wir mit den blonden Design-Zwillingen Annette und Daniela Felder über ihre Herkunft, die aktuelle Kollektion und selbstbewusste Frauen. 
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© Mercedes-Benz / Sponsored Post

Der Stargast des Abends: Topmodel Lena Gercke mit den Design-Zwillingen von Felder Felder

SI Style: Sie stammen ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Deutschland. Wie landeten Sie von Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen in London, am renommierten Central Saint Martins College?
Annette und Daniela Felder: Das verdanken wir zu einem grossen Teil unserer modebewussten Mutter. Sie ist bis heute unsere grösste Inspiration. Bereits als 14-Jährige liebten wir Mode und hatten den Traum, diese Leidenschaft zum Beruf zu machen. Gleichzeitig hatten wir keine Vorstellung davon, wie das funktionieren soll. Unsere Mutter hatte die Idee mit der Bewerbung in London. 

Sie haben damals beide als Models gearbeitet. War das ein Vorteil?
Wir kamen zuerst nach London, um ein Praktikum bei einem befreundeten Designer zu machen. Tatsächlich modelten wir schon früher für ihn. Ob uns das bei der Bewerbung half, können wir nicht sagen. In Wipperfürth gibt es weder Designer noch Stylisten, wir wollten praktische Erfahrung sammeln. 

Was wäre gewesen, wenn nur eine von Ihnen die Prüfung bestanden hätte?
Wir würden uns niemals gegenseitig im Weg stehen. Wäre nur eine angenommen worden, dann hätten wir halt nicht am selben Ort studiert aber trotzdem zusammengearbeitet. 

Half Ihnen die Erfahrung im Modelbusiness beim entwerfen der Kollektionen? Verstanden Sie den weiblichen Körper besser und wussten, was einer Frau steht?
Wir orientieren uns an «normalen» Körperformen und nicht an dünnen Models. Die Freundinnen in unserem Umfeld dienen als Inspiration für die Entwürfe. 

Was ist die Idee hinter der aktuellen Kollektion für Frühling/Sommer 2014 «Into The Deep»?
Wir liessen uns von der Tiefe der Unterwasser-Welt mit allen ihren Geheimnissen inspirieren. Wie bereits in den vergangenen Kollektionen spielen wir mit dem Kontrast. Diese Kollektion steht sinnbildlich für den Sprung ins kalte Wasser. Es geht darum, eine unbekannte Welt kennenzulernen, neue Sachen auszuprobieren und sich gleichzeitig nicht davor zu fürchten. 

Symbolisch spricht das auch für Ihre eigene Vergangenheit, oder?
Stimmt genau. Wir wussten nie, ob das, was wir machen, auch tatsächlich gut ankommt. Als wir während des Studiums unser Label gründeten, umgab uns ständig dieses Gefühl von einer unbekannten Zukunft. Trotzdem haben wir alles auf eine Karte gesetzt.  Aus diesem Grund designen wir für selbstbewusste Frauen, welche mit ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung ein Statement setzen. 

anja leuenberger lena gercke bianca gubser

Die Models Anja Leuenberger, Lena Gercke und Bianca Gubser in Felder Felder.

Sie designen zu zweit. Müssen Sie Ihr eigenes Selbstbewusstsein manchmal zurückstecken?
Natürlich müssen wir aufeinander Rücksicht nehmen und den anderen respektieren, sonst funktioniert es nicht. Tatsächlich arbeiten wir vor allem in der Anfangsphase intensiv zusammen. Wir suchen nach Ideen und collagieren die Moodboards. Anschliessend hat jede ihre eigenen Aufgaben. 

Wie teilen Sie sich die Arbeit auf?
Annette Felder: Daniela geht mit dem Team ins Studio und ist für das Design und die Schnitte zuständig. Ich organisiere, verhandle die Verträge aus und kümmere mich um die Kommunikation. Wir machen praktisch alles alleine – eine Menge!

Ihre Models tragen Schuhe von Manolo Blahnik, allerdings mit Ihrem Unterwasser-Print. Wie kam diese Kollaboration zustande?
Wir kennen Manolo Blahniks Nichte Kristina persönlich. Sie ist in der Unternehmensführung und hat auch Einfluss auf die Design-Prozesse. Wir sind sehr glücklich mit dieser Zusammenarbeit, vor allem weil sie sich praktisch aussuchen können, mit wem sie arbeiten möchten. Dass wir neben Victoria Beckham und Richard Nicholl ebenfalls zu den Auserwählten gehören, macht uns stolz.  

Eine bekannte Theorie sagt, dass Geschwister, die sich äusserlich sehr ähneln, charakterlich total verschieden sind. Wie trifft das auf Sie zu?
Annette: Ich würde sagen, Daniela ist die typische jüngere Schwester (lacht)!
Daniela Felder: Ja klar, die Minute macht es natürlich aus (lacht). Ich würde sagen, das lassen wir mal so stehen. 

Den Berufsalltag meistern Sie gemeinsam. Wie sieht es im Privatleben aus? 
In unserer Freizeit machen wir praktisch Nichts zusammen. Ausser unseren alten Freunden aus der Heimat haben wir komplett andere Freundeskreise. Wir leben zwar beide in Notting Hill, sehen uns aber wirklich selten. 

Wenn sie feiern, wo trifft man Sie an? Im schicken Westen oder coolen Osten?
Also aus dem Studentenalter sind wir raus, deshalb sie die wilden Raves im Londoner Ostern nichts mehr für uns (lachen). Trotzdem gibt es coole, «erwachsene» Orte wie z.B. das Shoreditch-House, wo wir Gründungsmitglieder sind. Das West-End sagt uns allerdings mehr zu. Wir lieben das Le Baron, ein hipper Club wo die internationale Kreativ-Szene verkehrt. Im Gegensatz zu den anderen schicken Clubs im Westen haben es Männer im Anzug schwer am Türsteher vorbei zu kommen. 

Wohin flüchten Sie, wenn Ihnen die Stadt zu viel wird?
In den Richmond Park im Südwesten der Stadt. Es fühlt sich an wie irgendwo auf dem Land, perfekt um den Grossstadt-Stress hinter sich zu lassen. 

Ich bedanke mich für das Gespräch!
Wir danken! 

Die Highlights aus der Frühling/Sommer-Kollektion 2014:

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