Mode Suisse 2013 Sandro Marzo

BEREITS ZUM VIERTEN MAL FINDET IN ZÜRICH UND GENF DIE MODE SUISSE STATT. DIE MODEPLATTFORM BRINGT NATIONALE DESIGNER, EINHEIMISCHE UND INTERNATIONALE EINKÄUFER UND DIE PRESSE ZUSAMMEN. DIE BEIDEN ORGANISATOREN URSINA WIDMER UND YANNICK AELLEN SCHAFFEN DAMIT EINE NEUE FORM DES KLASSISCHEN MODE-EVENTS FERNAB VON CÜPLI UND CERVELAT. SI STYLE STELLT JEDEN DESIGNER, DER AN DER MODE SUISSE 2013 MITMACHT, IN EINEM KURZEN PORTRAIT VOR.
Sandro Marzo
© SANDRO MARZO

Der Designer Sandro Marzo

SI Style: Wer oder was hat Sie zu Ihrer neuen Kollektion inspiriert?
Sandro Marzo: Die Outfits der SS14 Kollektion sind unter anderem eine Weiterführung meiner Ideen, die das Bild meines Labels, nicht nur dieser Kollektion prägen. Ich möchte Uniformen kreieren, welche durch die Gesellschaft normierte Codes in Frage stellen, sakrale und mystische Elemente und ein Teil von mir selber oder meiner momentanen Situation als Designer verkörpern. Im Vordergrund steht in der SS 14 Kollektion das Eindringen in den Modemarkt, der Gedanke des FADE-IN. Ich hatte am Anfang ein gewisses Bild in meinem Kopf: Stell dir das so vor, wie ein Screen, der plötzlich in Schwarz-Weiss flackert, ein Störfaktor während einer geordneten und planmässig ablaufenden Sendung. Diesem Gedanken folgend bin ich mit verschiedenen Outfits und meinem Entourage nach Paris gefahren. Wir haben vor den Schauplätzen der Pariser-Fashion-Week die Kollektion präsentiert, uns sozusagen wie ein Parasit verhalten. Aber mehr im Sinne von hier sind wir; lasst uns rein, wir werden ein Teil von euch sein. 

Welcher Look aus der Kollektion verkörpert Ihre Vision am besten?
Dieser Look besteht aus einem Sweater aus Wild-Seide. Der schwarze und weisse Faden ist vorgegeben, die Musterung entsteht zufällig. Resultat ist ein Flackern, wie das oben beschriebene Bild; ein FADE-IN mit unvorhersehbarem Ausgang. Das Outfit wird komplettiert durch ein langes Gewand, welches demgegenüber geordnet daherkommt. Es besteht aus einem Gemisch aus Baumwolle und Seide. Letztere zieht sich in Gestalt von Punkten wie ein Parasit über das ganze Gewand. Es ist eine Metapher für das geordnete Eindringen in ein System.

Sandro Marzo SS 14
© SANDRO MARZO

Welche Person würden Sie am liebsten in einem Ihrer Entwürfe sehen?
Meine Sicht beschränkt sich auf Kleider und Körpermasse. Damit habe ich meiner Meinung nach schon genug selektioniert. Ich möchte nicht entscheiden, wer meine Mode tragen soll. Die Leute, welche meine Kleider tragen, beobachte ich gerne, wie sie kombinieren, wie sie denken. Es freut mich, wenn diese Personen meine Kleider wertschätzen. Steve Buscemi!

Welche Relevanz hat die Mode Suisse für Sie persönlich?
Mode Suisse war die erste Show nach meinem Label-Release, dadurch wurden mir viele Türen geöffnet. Ich bin dankbar, dieses Jahr wieder dabei zu sein.

Welche Kompromisse muss man in der Schweiz als Designer eingehen?
Die gleichen, wie in vielen anderen Ländern. Wir haben heutzutage die Möglichkeit, wahnsinnig schnell zu reisen und Informationen von überall aus der Welt zu erhalten. Die Grenzen verschwimmen. Man ist als Modedesigner unter stetigem schöpferischen Druck, der Turnus von zwei Kollektionen pro Jahr verlangt einem einiges ab, das hat nichts mit dem Standort Schweiz zu tun.

Mode Suisse Showroom & Shops
Zürich - 5. Oktober 2013 - Luma Westbau Löwenbräukunst
Öffentlicher Showroom & Shop, von 11 bis 23 Uhr

Genf - 12. - 13. Oktober 2013 - Le Bal des Créateurs
Öffentlicher Showroom & Shop, von 10 bis 22 Uhr (Samstag) und von 11 bis 18 Uhr (Sonntag)

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