Berlin Fashion Week Sommer 2014 Berlin City Guide mit This is Jane Wayne

2010 gründen Sarah Gottschalk und Nike van Dinther das Blogzine This is Jane Wayne. Im Fokus: Mode & Musik, aber auch Menschen, Kultur und Gefühle. Das Duo verrät uns seine allerliebsten Orte in der deutschen Hauptstadt.  
This Is Jane Wayne
© This Is Jane Wayne

Sarah Gottschalk und Nike van Dinther

SI Style: Wie beschreibt ihr Berlin jemandem, der noch nie da war?
Sarah Gottschalk: Berlin ist eine Stadt, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen will, weil sie so unterschiedlich ist und jedes Quartier auf eine ganz eigene Art und Weise mit dir flirten möchte. 

Nike van Dinther: Janz Berlin is eene Wolke – an dem Spruch ist was dran. Muckelig schön ist es hier und trotzdem ständig alles im Wandel. Berlin ist ein Chamäleon; die Stadt verändert sich mit dir und deinen Gewohnheiten. Wer also sagt «Berlin passt nicht zu mir», hat sein Plätzchen bloss noch nicht gefunden. Berlin ist auch irgendwie nicht Deutschland, sondern eher ein «Parallel Universe». Und: Es ist ein Dorf. Grossstadt-Anonymität funktioniert hier nur, wenn man ab und an auch mal den eigenen Kiez verlässt. 

Welches ist denn euer Kiez? 
Sarah: Ich bin ganz frisch in Neukölln angekommen. Hier ist es jung und lebendig, multikulturell und offen. Es ist schon ziemlich viel passiert in den vergangenen Jahren und man hat das Gefühl, jeden Tag entsteht etwas Neues. Das live mitzuerleben macht es irgendwie spannend. Ausserdem kommt man von hier aus leicht überall hin.

Nike: Kreuzberg. Ich mag die unterschiedlichen Gesichter des Viertels. Das schmuddelige 36, das gediegene 61 und alles dazwischen. Ich mag die Markthalle, den Görlitzer Park und das Rührei beim türkischen Bäcker um’s Eck. Aber am meisten mag ich es, dass sich mein Kiez nach Urlaub anfühlt.

Wieso ist praktisch jedes Café immer voller Leute, die am Laptop arbeiten?
Sarah: Weil der Berliner überall arbeiten kann und will. Hier leben auch viele Studenten und es trifft die geballte Ladung Netz-affiner Menschen aufeinander. OK, und vielleicht weil es hip zu sein scheint, mit dem Laptop im Café zu sitzen.

Nike: Da können wir uns mal hübsch an die eigene Nase fassen. Jeder arbeitet gerade an irgendwelchen „Projekten“, ist Freelancer oder Träumer. Wobei das im Grunde auch Quatsch ist: Wir reden am Ende ja doch nur von den üblichen Verdächtigen: die Szene in Mitte und Kreuzkölln.

Welches ist euer Lieblingsort für ein ausgedehntes Frühstück?
Sarah: Ich bin zwar aus Friedrichshain weggezogen, aber mein Lieblingscafé ist trotzdem dort: Aunt Benny.

Nike: Der Dritte Raum in Neukölln. Aber nur sonntags. Und sonst: Die Morena Bar am Spreewald Platz.

Wo gibt es den besten Kaffee?
Sarah: Da scheiden sich die Geister. Ich liebe ich den Kaffee bei Espera - samt Zimtschnecke und zum Mitnehmen. Im Voo Store gibt es ausserdem den leckeren Companion Coffee, den man gleich nach dem Shoppen probieren sollte.

Nike: Puh, ich trinke erst seit meinem letzten Sizilien-Urlaub vor knapp einem Jahr Kaffee. Am liebsten im Cuccuma.  

Welches Hotel empfiehlt ihr?
Sarah: Immer wieder schön: Das Michelberger Hotel in Friedrichshain.

Nike: Unbedingt! Die Zimmer sind skandinavisch-gemütlich, nicht zu vollgepackt aber auch nicht eklig-puristisch. 

Und in welchem Restaurant isst man besonders fein? Und was sollte man dort bestellen?
Sarah: Ich bin Riesenfan vom Schneeweiss – alpenländische Küche trifft auf immer neue Kreationen. Das Personal ist grossartig und wenn die Monatskarte gerade nicht nach dem eigenen Geschmack ist, wählt man das Wiener Schnitzel.

Nike: Um mal in eine etwas andere Richtung zu gehen: Im Sommer sollte man im Freien Neukölln draussen am Biertisch sitzen und selbstgemachte Pasta probieren. Ist nicht piekfein, dafür aber urig und echt.

Wo verabredet ihr euch zum ..

.. romantischen Dinner?
Sarah: Im Katz Orange in Mitte! 

Nike: Im Sauvage in Neukölln! 

.. Business Lunch?
Sarah: Im Lokal auf der Linienstrasse. Unkompliziert, puristisch und lecker.

Nike: Im Dudu’s. Ein neuer alter Klassiker. 

.. Mädelsabend?
Sarah: Der Klassiker: Das Il Casolare in Kreuzberg! Doppelt Mascarpone auf der Pizza und Rotwein dazu!

Nike: Jap. Und danach weiter ziehen auf die Weserstrasse.

Der beste Ort, um die Sonne untergehen zu sehen?
Sarah: Die Modersohnbrücke.

Nike: Der eigene Balkon. Das Café am See. Das Tempelhofer Flugfeld. 

Eine Nacht in Berlin .. Wo geht ihr hin? Wo geht es ab?
Nike: Wenn ich wirklich nur eine Nacht hätte, würde ich tatsächlich in den Kater gehen, also das Kater Holzig. Oder die Wilde Renate. Das wäre dann wohl das, was man den Leuten als «typisch Berlin» verkauft – und irgendwie stimmt’s ja auch. Ansonsten: Nach Open Air Raves Ausschau halten - die sind noch zehn Mal schöner.

Die coolste Bar?
Sarah: Das Lugosi!

Nike: Früher war’s im Fuks gemütlich, inzwischen ist es dort meist viel zu voll. Gleiches gilt für die Hotel Bar in Kreuzkölln. Meine aktuelle Lieblings-Bar verrate ich deshalb lieber nicht, obwohl’s gemein ist. Verzeiht es mir, bittebitte.

Wo kauft ihr am liebsten ein?
Nike und Sarah: Im Concept Store Voo, bei Wood Wood, Baerck oder Wald. Für Vintage-Gelüste geht’s zu Garments und für unsere Jungens schauen wir bei SoTo vorbei.

Welches Museum oder welche Galerie darf man nicht verpassen?
Nike und Sarah: Den Hamburger Bahnhof, Martin-Gropius-Bau und die Circle Culture Gallery

Der perfekte Tag besteht aus?
Sarah: Der startet recht spät, führt mit einem Eis bei Fräulein Frost am Maybachufer und Richtung Görlitzer Park vorbei, hält Zwischenstops in Kreuzberg und Mitte parat und endet auf der Dachterrasse bei Freunden. Die Sonne schien dabei selbstverständlich den ganzen Tag!

Nike: Ich wache auf, weil die Sonne scheint, nicht, weil ich muss. Dann geht’s zum Frühschwimmen rein in den Pool vom Badeschiff und danach mit dem Rad zum Brunch mit Freunden. Es folgt der Einkauf auf einem Markt in Neukölln und das Plattenstöbern in Kreuzberg, dicht gefolgt von einer Runde Sonnentanken auf dem Tempelhofer Feld. Tretbootfahren ohne selbst treten zu müssen wäre auch herzallerliebst. Dann kommt das Abendessen im Biergarten eines italienischen Restaurants, Wein auf dem Bürgersteig vor dem Haus meiner Lieblings-WG, die inzwischen schon für Sofas und Klappstühle gesorgt hat und wenn es mich dann noch packt, wäre ich für ein kleines Open Air offen. Aber nur, wenn im Freilicht-Kino kein passender Film läuft. Berlin-Liebe, sehr sogar.

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