Berlin Fashion Week Sommer 2014 Interview mit Johanna Perret und Tutia Schaad, Designerinnen

In der wohl spektakulärsten Kulisse der Berliner Fashion Week - der Neuen Nationalgalerie - zeigten Johanna Perret und Tutia Schaad ihre Frühling/Sommer-Kollektion für 2014. Im Interview verraten die jungen Designerinnen, wie es dazu kam, ob sie der deutschen Hauptstadt weiterhin treu bleiben und welche Wünsche sie für ihre Zukunft haben. 
Perret Schaad
© Arne Eberle

Johanna Perret und Tutia Schaad

SI Style: Die Neue Nationalgalerie als Location für die Show zu wählen ist ungewöhnlich und sehr beeindruckend. Wie kam diese Idee zustande?
Perret Schaad: In unserer Frühling/Sommer-Kollektion 2014 liessen wir uns von der Stadt, ihrer Geometrie, der Transparenz und den Reflektionen inspirieren. Das Gebäude von Mies van der Rohe entspricht sehr gut der Ästhetik die wir übermitteln wollten. Das gesamte Konzept haben wir mit Architekten von Something Fantastic entwickelt.

Wie ist es, zum 8. Mal auf der Fashion Week in Berlin zu zeigen? Totale Routine oder Anstrengung pur? 
Wir haben Erfahrung damit, eine professionelle Schau auf die Beine zu stellen. Allerdings kommen immer wieder neue Situationen hinzu. Dieses Mal war es die Location und dazu die Möglichkeit mit neuen Teams - vom Konzept bis zur Casting-Direction - zu arbeiten. 

Werden Sie der Stadt irgendwann den Rücken kehren, so wie es gerade bei einigen anderen grossen Brands Trend ist? Wird die Berliner Fashion Week überleben? 
Die Fashion Week hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Viele Messen und Showrooms wurden hier parallel geführt. Um Berlin den Rücken zu kehren ist die Stadt uns einfach zu wichtig. Wir haben zwar internationale Ursprünge, unser Label ist jedoch in Berlin etabliert.

Stichwort überleben: Wie anstrengend waren die letzten 6 Monate? Neben Ihrem eigenen Label gibt es auch immer mal wieder Kooperationen mit anderen Marken wie z.B. Görtz. Wie schaffen Sie das?
Es ist sehr viel Arbeit, aber wir lieben das, was wir tun. Görtz war eine wunderschöne Kooperation. Wir glauben, dass es für beide Seiten sehr interessant war. Wir konnten unserer Kreativität freien Lauf lassen und haben gemeinsam mit Görtz eine erfolgreiche Kollektion entwickelt. Wir freuen uns auf jeden Fall in der Zukunft auf derartige Zusammenarbeiten.

Was hat Sie und damit die Kollektion in den letzten Monaten besonders geprägt?
Der letzte Winter war sehr lang und wir haben uns unglaublich nach dem Sommer gesehnt, seiner Stimmung, den Farben und den Geräuschen in der Stadt. Dies spiegelt sich auch in der Farbpalette der Kollektion wieder, die sowohl dunstige als auch pigmentreiche Töne beinhaltet. Sie erzählen von einem Sommer in der Stadt.

Teilen Sie die Arbeit untereinander auf? Oder wird alles gemeinsam entschieden?
Organisatorische Sachen teilen wir untereinander auf. Für das Design gibt es zwar Modelle, die der eine oder die andere entwickelt hat, es sind aber auch oft Diskussionen über die Passform oder die Verwendung der Stoffe involviert. Es gibt aber auch Teile, die wir zusammen gestalten oder die wir von der jeweils anderen übernehmen.

Die Musik zur Show war in diesem Jahr genauso speziell wie die Location. Wer waren die drei Damen? 
Die drei Damen waren Cellistinnen und haben die Show musikalisch begleitet. 

War es eine bewusste Entscheidung, komplett auf technische Verstärkung zu verzichten? Die Musik war kaum zu hören.
Die Musik sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern die Stille und Konzentration des Moments sowie die Geräusche der Stadt. 

Was hören Sie privat? 
Zurzeit hören wir sehr gerne Mozart.

Ausblick 2014: Was können wir von Perret Schaad erwarten? Was für Ziele und was für Wünsche haben Sie?
2014 launchen wir unseren Webshop. Dort werden neben den Kollektionen auch unsere Taschen erhältlich sein. Wir versuchen auch, unsere Stocklist innerhalb Deutschlands zu erweitern. Momentan sind wir Deutschlandweit in München, Hamburg und Berlin vertreten.

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