Berlin Fashion Week Sommer 2014 Interview mit Leyla Piedayesh, Designerin Lala Berlin

Denkt man an Mode und Berlin, fällt einem schnell mal Lala Berlin ein. Das Label von Leyla Piedayesh tragen selbstbewusste, unkomplizierte und freiheitsliebende Frauen. «On some Faraway Beach» – so lautet das Thema der kommenden Frühling/Sommer-Kollektion 2014. Wir trafen Designerin Leyla Piedayesh kurz vor ihrer Show auf der Mercedes-Benz Fashion Week und sprachen mit ihr über die Deutsche Modemetropole, Inspiration und die typische Lala Berlin-Trägerin.
Leyla Piedayesh
© Prag PR

Leyla Piedayesh

SI Style: Es ist keine leichte Aufgabe in Deutschland einen Fashion Brand zu etablieren. Mit Ihrer Marke Lala Berlin haben Sie es trotzdem geschafft. Wie gelingt Ihnen das? 
Leyla Piedayesh: Als ich begann war ich im Vergleich zu heute unerfahren und fast naiv. Damals habe ich einfach angefangen zu stricken und die ersten Teile auf dem Flohmarkt verkauft. Dann habe ich mich ziemlich schnell entwickelt und begonnen, unternehmerisch zu denken. Zu wissen, wie man mit Menschen umgeht und wie man eine Firma aufbaut und führt, ist sehr wichtig. Mit Glück kann man sich nichts kaufen, man braucht Talent und gutes Gespür für den Zeitgeist.

Sie hatten schnell Erfolg, weil Sie nie etwas anderes machen wollten als Mode, oder?
Man ist immer so gut, wie man selbst ist. Ganz unabhängig davon, in welchem anderen Beruf ich gelandet wäre - wäre es für mich eine Herzensangelegenheit gewesen wie Lala Berlin, wäre auch daraus ein Erfolg geworden. Man muss lieben, was man tut und es immer vorantreiben. Hätte ich ein Restaurant eröffnet, wäre es jetzt top (lacht).

Tragen Sie ausschliesslich ihr eigenes Label? Was für andere Designer mögen Sie? 
Ja eigentlich schon! Ab und zu kaufe ich mal eine Tasche oder ein paar neue Schuhe dazu. Ich mag und bewundere natürlich viele Berufskollegen. Ab und zu darf es mal etwas von Balenciaga oder Céline sein.

Wovon liessen Sie sich bei der aktuellen Kollektion inspirieren? Was trägt Frau im Sommer 2014?
Schultern à la Eighties vs. Neunziger-Jahre Hip Hop Kultur. Inspiriert wurde ich von der Fotografie Bruce Webbers, der grossen Zeit von Baggy Pants, Highwaist und Cropped Pullis. Als Schlüsselmotive habe ich mit verschiedensten Hai-und Papagei-Variationen gearbeitet sowie mit Palmenblättern – sehr tropisch also. Da die Sujets sehr ausdrucksstark sind, verwendete ich dezentere Farben: anspruchsvolle Töne kombiniert mit Schwarz & Weiss. Der Kontrast zur Strandwelt wird durch aussagekräftige, fotorealistische und klare Prints markiert.

Gibt es eine typische Lala Berlin Kundin?
Sie ist selbstbewusst und unabhängig. Ihr Stil ist modern, unkompliziert  und kosmopolitisch. Ausserdem hat sie einen guten Sinn für coole Ästhetik.

Wie beschreiben Sie Ihren Stil?
Im Prinzip genauso wie der von meinen Kollektionen.

Nach bald zehn Jahren im Business sind Sie ein regelrechter Profi. Wie hat sich die Deutsche Modehauptstadt verändert? 
Sie hat eine grosse Veränderung durchgemacht im positiven Sinne. Es zeichnet sich langsam eine kleine Fashion Industrie ab, die anfangs nicht vorhanden war.

Könnten Sie sich vorstellen, woanders als in Berlin zu leben und zu arbeiten? Sie stammen ursprünglich aus dem Iran. Würden Sie zurückgehen? 
Ich könnte mir vorstellen auf dem Land jedoch in der Nähe der Stadt zu leben, aber Berlin verlassen will ich nicht. Leider schaffe ich es nicht regelmässig in den Iran zu reisen, aber dieses Jahr habe ich mir das fest vorgenommen und mit den aktuellen positiven Nachrichten erst recht!

Was mögen Sie besonders an Berlin? 
Das frage ich mich selbst oft genug (lacht).

Die grösste Extravaganz, die Sie sich leisten?
Morgens zum Yoga zu gehen, und selbst das lasse ich oft genug ausfallen, wenn es sein muss.

Die letzte Musik, die Sie sich auf Ihr iPhone geladen haben?
Das neue Album von Rhye – Woman.

Wofür schämen Sie sich?
Für Nichts.

Der besten Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Folge immer dem goldenen Mittelweg!

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