Sounds der Woche 7 Days Of Funk, Lauryn Hill, Daft Punk

Lana del Rey, die Königin des unterkühlten Pathos, ist zurück. Ihr 27-minütiger Kurzfilm «Tropico», eine biblischen Allegorie mit Gastauftritten von Elvis, Jesus, Marylin Monroe, John Wayne und ihr selbst als Eva, ist ein opulentes optisches Spektakel in Slow Motion. Kaum vom Baum der Erkenntnis genascht, tanzt sie schon im Stripclub an der Stange. Trotz des grossen Aufwands hat es, Lana wird bittere Tränen vergiessen, nicht  für die Top 3 der Woche gereicht.

Album der Woche
7 Days Of Funk «7 Days Of Funk»
Da haben, umhüllt von ganz viel Rauch, zwei ganz entspannte Typen zusammengefunden: Hinter dem Projektnamen «7 Days Of Funk» verbirgt sich kein Geringerer als Superstar-Rapper und G-Funk-Pionier Snoop Dogg, der hier mit dem Untergrund-Produzenten Dam-Funk gemeinsame Sache macht. Inspiriert von Funk-Legenden wie George Clinton, Bootsy Collins, Prince und Roger Troutman lassen die beiden hier die Drums schmatzen, den Bass agil brummeln und die Synthies kitschige Schichten legen. Und über all dem schweben die melodiösen Sprechgesänge von Snoop Dogg, Ihrem Maître de Cabine auf diesem Flug. Ein Liebhaberprojekt von zwei Funk-Liebhabern. Anspieltipp: «Let It Go».

Lauryn Hill «Consumerism»
Nichts ist in den letzten Jahren geordnet verlaufen für Lauryn Hill, diese hochtalentierte Rapperin und Sängerin, die mit der HipHop-Band The Fugees und ihrem Soloalbum «The Miseducation of Lauryn Hill» den Musiknerv der Allgemeinheit traf. Zuletzt verbrachte die 38-Jährige drei Monate im Gefängnis, weil sie ihre Steuern nicht bezahlt hatte. Nun gibt es endlich wieder musikalische Neuigkeiten von ihr. Und sie hören sich so an, als würde ihr vor Gesellschaftskritik gleich der Kopf platzen. Alles sprudelt auf einmal hinaus, vehement und viel zu schnell. «Consumerism» ist alles andere als ein perfekter Song. Und doch freuen wir uns darüber.

Daft Punk «Instant Crush»
Ja, es sind immer wieder die gleichen Namen dieses Jahr. Sie heissen David Bowie, Arcade Fire, M.I.A. und, natürlich, Daft Punk. Nachdem das französische Gesamtkunstwerk mit seinem letzten Clip «Lose Yourself To Dance» zum Glitzern und Gähnen anregte, kommt jetzt wieder etwas mehr Originalität ins Spiel. Und ein Julian Casablancas, der macht, was ein Julian Casablancas halt so macht.

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