Kinotipp «Carrie»

Für das Remake von «Carrie» sprechen zwei gute Gründe: die zauberhafte Chloë Grace Moretz und eine wahnsinnige Julianne Moore.
Julianne Moore mit Chloë Grace Moretz
© Sony Pictures

Die fundamentale Christin (Julianne Moore, links) mit ihrer Tochter Carrie (Chloë Grace Moretz), die übersinnliche Fähigkeiten besitzt.

Die Verfilmung von Stephen Kings erstem Roman (unter seinem richtigen Namen) um ein Teenager-Girl mit übersinnlichen Fähigkeiten ist noch heute so gruselig gut wie anno 1976, ein Remake hätte es (wie bei so vielen Neuverfilmunge von Klassikern) nicht unbedingt gebraucht. Damals avancierte die anämische Sissy Spacek in der Titelrolle der Carrie unter der Regie von Edel-Schocker Brian De Palma zum Star. In der Neuversion schlüpft die engelhafte Chloë Grace Moretz («Hugo») in Carries Haut. Der Jungstar ist auch der beste Grund, sich den Horrorfilm anzusehen. Der zweitbeste Grund: Julianne Moore. Aber die Lady ist ja immer herausragend. Diesmal spielt Moore eine alleinerziehende Mutter und fundamentale Christin, die ihre Tochter zur Strafe nächtelang in einen Schrank voller Heiligenbilder und Kruzifixe sperrt. Die süsse Kleine hats auch sonst schwer im Leben, sie wird in der Schule entweder ignoriert oder gehänselt. Als sie von ihrer ersten Menstruation überrascht wird (wirkungsvoll in der Mädchendusche nach dem Schwimmunterricht), wird sie von der ganzen Klasse verlacht. Ihre Rache ist aber nicht süss, sondern blutig und gewalttätig. Beim nächsten Streich ihrer Klassenkameraden schlägt die übersinnlich Begabte gnadenlos zurück und legt dabei die ganze Kleinstadt in Schutt und Asche. Die Tricktechnik ist vom Feinsten, das Mutter-Tochter-Duo furchterregend gut, der Film insgesamt solides Popcorn-Kino. Nach dem grossartigen Werk «Boys don't Cry» von 1999 hätten wir uns von Regisseurin Kimberly Peirce jedoch etwas mehr Subtilität und wenigstens einen überraschenden Einfall erhofft.

Auch interessant