Sounds der Woche Four Tet, SZA und Tyler, The Creator

Dieser Herbst ist golden, zumindest was den musikalischen Output anbelangt: Wie die gebratenen Tauben im Schlaraffenland fliegen uns die Soundperlen derzeit zu. Das wird sich auch so bald nicht ändern: In den nächsten Wochen planen unter anderem Eminem, Lorde, Lady Gaga (okay: keine Ahnung, ob man sich darauf freuen soll) und Arcade Fire die Veröffentlichung von neuem Langspiel-Material. Dazu kommen überraschende Ankündigungen wie die von Broken Bells und erfrischend herzliche Telefonate wie das mit Danielle Haim von der derzeit wohl gefragtesten Band gleichen Namens (bald hier als Interview) – wahrlich: ein Herbst wie ein 5-Sterne-Buffet.

Album der Woche: Four Tet «Beautiful Rewind»
In seiner Musik, in seinen Alben kann man sich verlieren: Der englische Elektronik-Tüftler Kieran Hebden wohnt irgendwo zwischen Techno, Hippie-Pop, HipHop, Experimentierlabor, dunklem Keller, Waldlichtung, Tanzfläche und dem Ort grösstmöglicher Beseeltheit. Einfach nur schön, wie sich auf seinem neuen Album aus einem starken, unwiderstehlichen Puls die Sounds herausarbeiten. Für alle, die beim Musikhören abheben und Farben sehen wollen. Anspieltipp: «Parallel Jalebi».

SZA «Teen Spirit»
Ein wummeriger Zischelbeat aus der Trap-Schule, dazu R&B-Gesang: SZA – eine 23-jährige Sängerin aus St. Louis, bei Erfolgsrapper Kendrick Lamar unter Vertrag – präsentiert uns einen Song in absolut jetztzeitigem Gewand. Vertonte Einsamkeit. Keine Ahnung, ob uns das nächstes Jahr noch interessiert. Aber jetzt schauen und hören wir hin, auch wenn dem Stück der letzte Pop-Schliff fehlt.

Tyler, The Creator «Tamale»
Tja, was soll man zu diesem Video sagen ausser das, was dem Zuschauer am Anfang mittels Einblendung erklärt wird: «A visual interpretation of Tyler’s mind» - samt Trampolin-Session auf einem voluminösen weiblichen Hinterteil und einem Beweisstück in Sachen behördlicher Hirnrissigkeit. Köstlich unverkrampft. Die Ära der Skater-Rapper darf ruhig noch etwas andauern.

Auch interessant