Filmtipps «The Lunchbox» & «Kon-Tiki» Indisch essen, tropisch segeln

Kopfreisen - dafür ist Kino da. Diese Woche jetten wir im Kinosessel nach Indien mit «The Lunchbox» und vom Sofa aus nach Polynesien, im Kielwasser der «Kon-Tiki».
Plakat von «The Lunchbox»
© filmcoopi

Odorama hiess die famose Sache, die Kinokunst eine weitere Dimension geben sollten: Duft. Filmemacher John Waters («Hairspray»), der Beste, wenns um schlechten Geschmack geht, experimentierte 1981 in «Polyester» mit dem Duftkino: auf einer Karte rubbelte man Gerüche frei von Rosen und Pizza über Fürze und Benzindämpfe bis Leim und ausgelatschten Schuhen. 

The Lunchbox

Der Buchhalter Saajan (Irrfan Khan) staunt über die feine Essenlieferung.
© filmcoopi

Der Buchhalter Saajan (Irrfan Khan) staunt über die feine Essenlieferung.

Odorama wünscht man sich in dem wunderbaren indischen Feelgood-Movie «The Lunchbox» des jungen Regisseurs Ritesh Batra. Im Zentrum der Geschichte steht das Essen und die Emotionen, die eine gute Mahlzeit auslösen kann. Irrfan Khan, in Indien ein Superstar, spielt den alternden, verbitterten Buchhalter Saajan, der statt die Essenlieferung eines Restaurants diejenigie von Ila (Nimrat Kaur) ins Büro geliefert bekommt. Er staunt über das himmlischem Essen in der fünfstöckigen Aludose und geniesst jeden Bissen. Kein Wunder, die Köchin Ila versucht mit Essen die Lust und Aufmerksamkeit ihres dauergestressten Gatten zurückzuerobern. Statt bei ihrem Mann landet nun das Menü nun täglich bei Saajan, der mit jeder der köstlichen Mahlzeiten mehr und mehr auftaut, fröhlicher und umgänglicher wird. Hinter der Verwechslung muss das Schicksal stehen, denn die Fehlerquote des berühmten Liefersystems in Mumbai durch die Dabbawallas beträgt 1 zu 6 Millionen. Logistikfachleute der Elite-Uni Harvard haben das 125 Jahre lang gewachsene System der zigtausenden Essenlieferungen täglich studiert und nicht entschlüsseln können, obwohl es selbst für Analphabethen lesbar ist. «The Lunchbox» ist ein unaufgeregter Film weit weg vom Bollywood-Bling-Bling, der viel vom indischen Alltag vermittelt - und Appetit macht. 

Kon-Tiki

Cover des Abenteuerfilms «Kon-Tiki».
© Ascot-Elite

Cover des Abenteuerfilms «Kon-Tiki».

Noch weiter weg geht die Kopfreise vom Sofa aus mit dem Film «Kon-Ttiki» (DVD und Blu-ray, Ascot-Elite): nach Polynesien. Der Film erzählt mit berückenden Bildern die berühmteste Expedition des Norwegers Thor Heyerdahl (1914-2002)  nach. Der Forscher und Ethnologe reiste 1947 mit vier Kameraden auf einem Floss aus superlichtem Balsa-Holz von Südamerika aus nach Polynesien, um zu beweisen, dass die Inselwelt schon vor 1500 Jahren auf dieser Route besiedelt wurde. Welch ein Abenteuer! Der Film stieg letztes Jahr als norwegischer Beitrag ins Oscar-Rennen. Ausserdem: 106 Minuten erstklassiges Bonus-Material!

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