Sounds der Woche M.I.A., David Bowie und Blood Orange

Sie ist jung, sie ist schön, sie ist hip – und singen tut sie auch: Sky Ferreira ist derzeit ein begehrtes Mädchen. Sowas von «It». Trotzdem blickt sie auf dem Coverfoto von «Night Time, My Time», ihrem ersten richtigen Album, ziemlich unglücklich drein. Ist ja auch klar: Sie ist gerade am Duschen, da will man eigentlich nicht gestört werden. Sonst könnte man noch so enden wie die Dame in «Psycho». Vielleicht verdeutlicht uns das Cover aber auch nur, was wir eh schon vermuteten: Die hippe US-Amerikanerin, 21 Jahre jung und trotzdem schon ein paar Runden im Haifischbecken namens Musikbusiness hinter sich, taugt für sehr coole Bilder. Für Stimmungen. Die grosse Sängerin, die grosse Gefühlsauslöserin ist sie nicht. Überprüfen kann man das hierzulande erst inoffiziell. Leider enthält sie der Schweiz ihr Album offiziell noch vor. Wer es hören will, muss illegale Wege auf dem Internet beschreiten (huibuh!). Wir beschreiten dafür diese Woche den Pfad der globalisierten Weltmusik.

Album der Woche: M.I.A. «Matangi»
«Matangi», das dritte Soloalbum von M.I.A., liegt nun nämlich auf der Raketenabschussrampe bereit. Kein durchgehend packendes Werk, mehr eine Collage, ein Tasten, ein Probieren, ein Austarieren zwischen Pop, Worldbeat, aktuellem Club- und Untergrund-Geschehen und ein bisschen Anti-Establishment. Sprich: Ein Album rappelvoll mit popkulturellem Potential. Und wenn sie im visuellen Bereich keine Fehler begeht, dann hebt dieses Ding in nächster Zeit richtig schön ab. «Y.A.L.A.» klingt jedenfalls wie eine von Diplo produzierte, coole Version von «Gangnam Style». Einiges kennt man ja eh schon: «Bad Girls», die Wüsten-Hymne aus dem letzten Jahr etwa oder das Vorab-Geschoss «Bring The Noize». Anspieltipp: Das erst extrem poppige und bald darauf angenehm nervöselnde «Come Walk With Me». 

David Bowie «Love Is Lost» (Hello Steve Reich Mix by James Murphy)
Für die bevorstehende Veröffentlichung der Sonderausgabe seines diesjährigen Albums «The Next Day» hat David Bowie mal eben schnell den Gang seines Büros in New York verdunkelt, ein paar alte Puppen rausgeholt und die Videokamera angestellt. 12.99 Dollar soll das Budget für die Visualisierung dieses schönen James-Murphy-Remixes betragen haben (das Geld wurde für eine Zwischenverpflegung aufgewendet) – und wir glauben es ihm. Trotzdem ist ein richtiges Bowie-Werk herausgekommen.

Blood Orange «Chamakay»
Teuer war auch das nicht, was unser Lieblingsproduzent Dev Hynes (Solange Knowles, Lightspeed Champion und, ja, Sky Ferreira) hier als Video zu seiner aktuellen Single präsentiert. Das sieht eher aus wie ein spontanes Mitbringsel aus den Karibikferien. Musikalisch knallhartam Kitschpop-meets-R&B-Schmelzpunkt vorbei, sogar das Saxofon darf noch solieren. Zusatzpunkte gibt’s für die Tanzeinlagen vor Sonnenuntergangskulisse. Und für die Latzhose.

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