Sounds der Woche Poliça, James Blake und Elliphant

Am diesjährigen Zürich Openair spielten Poliça aus Minneapolis für den hier Schreibenden eine Art Solokonzert. Gerade mal sieben Augenpaare waren zu Beginn ihres Auftrittes auf die Bühne gerichtet – und das in einem riesigen Zelt. Wegen organisatorischer Probleme standen sich die Festivalbesucher noch vor dem Eingang die Beine in den Bauch.

Album der Woche: Poliça «Shulamith»
Tragisch, denn sie verpassten eine Indierockband, die New Wave, R&B, Kitsch, Pop und schlierige Elektronik packend vereinen. Live verleihen sie dem Ganzen gleich mit zwei Schlagzeugern Nachdruck. Welchem Ganzen? Vielleicht einem gewissen Gefühl des Verlorenseins, des Dahindriftens, des klossigen Alleinseins. Von daher passte das mit dem leeren Zelt. Ihr zweites Album «Shulamith» erscheint in wenigen Tagen. 

James Blake «Life Round Here»
Schon wieder ein Liveerlebnis: James Blake diesen Sommer in Montreux. Die Wände zittern, die Räume weiten sich, die Spannung bleibt während über einer Stunde aufrecht. Kurz: Der junge Engländer bewies, dass er auch auf der Bühne seine hochpräsente Soul-Stimme und seinen herrlich ausgeprägten Sinn für minimalistische Elektronik erfreulicherweise nicht zuzuschütten gedenkt. Er trägt seiner Klangästhetik grosse Sorge. Hier rauscht er im Cabrio mit Chance The Rapper für ein paar Runden Pathos durch die Natur. 

Elliphant «Could It Be»
Da hat es sich jemand bequem gemacht, gemütlich einen durchgezogen und sich dann einfach auf die Matratze gelegt, umgeben von Rauchwaren, Aschenbecher, leeren Tellern und Dosen, Lektüre und Kerzen. Wie in einer abgeranzten WG. Die schwedische Musikerin Ellinor Olovsdotter alias Elliphant nutzt die Szenerie für einen Song übers Verlassen werden.

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