Buchtipp «Verflucht» Schlafen Sie schlecht, träumen Sie höllisch!

Der Mann kann einem schon den Schlaf und die Seelenruhe rauben. Beim US-Autor fliessen Blut, Rotz, Tränen und Körperflüssigkeiten literweise, er erspart seinen Figuren nichts. Seinen Lesern auch nicht. Darum lieben wir Chuck Palanhiuk.  
«Bist du da, Satan?». In Chuck Palanhiuks Thriller «Verflucht» (Manhattan) immer!
© Verlag Manhattan

Neu in Deutsch liegt von Chuck Palanhiuk nun «Verflucht» vor. Wie das klasse krasse Cover (Verlag Manhattan) schon vermuten lässt, gehts da um Tod und Teufel. Handlungsort: die Hölle. Hauptfigur: Das Mädchen Madison, 13, klug, fett, nett, ein wohlstandsverwahrlostes Reiche-Leute-Kind, mausetot durch eine Dope-Überdosis und ungeschickte Strangulationsspiele. Dieses sündige Tun hat das Mädchen denn auch in die Hölle gebracht. Die präsentiert zu ihrer (und unserer) Verblüffung genau so, wie sie die katholische Kirche seit 2000 Jahren Sündern androht: heiss, dreckig, finster, voller Teufel, Verzweiflung, Folterqualen. Als Bestechung und Währung dienen allerlei irdische Schokoriegel. Und obwohl ein illustrer Kreis da versammelt ist (unter vielen anderen Marilyn Monroe, Dschingis Khan, Kurt Cobain, Frank Sinatra, Susan Sontag, Isadora Duncan, Janis Joplin, JFK), schmiedet Madison Fluchtpläne. Sie legt ihre ganze anerzogenen Nettig- und Höflichkeit ab, wird zur Anti-Jane-Eyre, reisst Adolf Hitler den Schnauz ab, dem blutrünstigen Cäsaren Caligula die Testikel, Vlad dem Pfähler den Dolch. Mit ihren Trophäen am Gurt schart sie die höllischen Heere unter sich und rächt sich an den Lebenden, die sie einst getriezt haben. Zum Fürchten gut!

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