Sounds der Woche Seasick Mama, Arcade Fire, Jungle

Was in den letzten Tagen in Sachen Popmusik so alles passierte? Ich sag’s Ihnen: Die Schauspieler Seth Rogen und James Franco machten sich über Kanye West lustig, R. Kelly und Lady Gaga spielten JFK und Marilyn Monroe und trugen an den American Music Awards ihre gemeinsame Single «Do What You Want» vor, der Schreibende wurde in einer Zürcher Bar mit einer schrecklichen Coverversion von Rodriguez’ Song «Sugarman» konfrontiert und entdeckte mit der Compilation «Beat Enoteca», anknüpfend an das Album der Woche vom 22. November, dass es auch einen Schweizer Tonträger gibt, der die Standfähigkeit und Triebkraft von «nackten» HipHop-Beats meisterlich hervorhebt. Und sonst? Sehen Sie selbst.

Album der Woche
Seasick Mama «Tip Top Shape EP»
Manchmal braucht es nur ein paar Sekunden und man weiss: Ja, das hat was! Bei Marial Eve Moon und ihrem Projekt Seasick Mama war es der aktuelle Videoclip zum Song «Man Overboard», der diesen Gewissheit auslöste. Vielleicht waren es zuerst vor allem die Bilder, diese spezielle Ästethik, diese Verlangsamung, diese Traurigkeit. Aber auch die anderen Songs, die sie auf ihrer zweiten EP «Tip Top Shape» vereint, haben eine hohe Überzeugungskraft. Groove-betonter Pop, mal mehr Richtung Reggae gewandt (oder auch The Police), mal träumerisch rockig, mal richtig funky und mit Synthesizern versetzt. Anspieltipp: «Man Overboard» & «Bite Bullet».

Arcade Fire «Afterlife»
Arcade Fire lassen ihr exzellentes Album «Reflector» nicht einfach Album sein. Ständig kommen neue Visualisierungen hinzu, die den Songs ein neues Leben schenken. Hier nun ein neuer Clip von Emily Kai Bock zu «Afterlife», ebenjenem Stück, zu dem Spike Jonze, Mann hinter Spielfilmen wie «Being John Malkovich» oder «Adaptation», bereits Bewegtbilder geliefert hatte.

Jungle «Platoon»
Holy cow: Hier wird getanzt! Und zwar so, wie es die HipHop-Götter erfreuen würde. Der Nachwuchs ist da, in Gestalt der jungen Tänzerin Terra. Dabei hat dieser leicht schroffe, soulige, gleichförmige Song von Jungle eigentlich gar nichts mit Rap zu tun.

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