Sounds der Woche Temples, Jeans for Jesus & Broken Bells

Ich weiss: Der Blätterwald und die Blogosphäre ergötzt sich derzeit am Album von Angel Haze. Doch auch wenn «Dirty Gold» ein solides, gut produziertes Werk ist: Uns reisst es nicht vom Loungechair. Dafür fehlt ihm - ganz nach Oberkopftuch Chris von Rohr - schlicht der «Dräck». Wir steigen lieber in die Zeitkapsel und reisen mit den Temples in die Vergangenheit, ehe es dann, nur einen Track später, in das Bern von morgen geht.

Album der Woche
Temples «Sun Structures»

Da sind sie wieder, die Sixties mit all ihrer Psychedelik und ihren schepperigen Drums! Die englische Band Temples scheint wie aus der Zeit gefallen. «Keep in the dark to stay out of the light», singen sie auf ihrem Debütalbum «Sun Structures», ehe sie melodieverliebt zu einem entrückten «Nanana» ansetzen. Solche Weissheiten braucht die Menschheit! Anspieltipps: «Shelter Song» & «Colours To Life»

Baze & Jeans For Jesus «Nie Meh (Remix)»
Jeans For Jesus ist ein frisches, zeitgeistiges Musikprojekt aus Bern. So frisch, dass deren Stücke förmlich nach allerhand Remix-Arbeit schreien. Dieses Stück mit einem Baze in Bestform eignet sich hervorragend zum Kennenlernen.

Broken Bells «The Changing Lights»
Zwei Männer, die in den letzten Jahren viel für die Popmusik geleistet haben, spannen wieder zusammen: Sänger James Mercer (The Shins) und Produzent Danger Mouse (The Gorillas, Black Keys, «Rome», u.a.) veröffentlichen dieser Tage ihr zweites Album unter dem Namen Broken Bells. Auf der Platte nähern sie sich dabei ein paarmal gefährlich dem Kitsch und flirten mit den Gesangsstrukturen der Bee Gees. Aber hier, reduziert auf Gitarre, Gesang und ein wohlig klingendes Pariser Klavier, macht alles wieder Sinn.

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