Sounds der Woche White Denim, Jessie Ware und Danny Brown

Optisch haben wir diese Woche praktisch nichts zu bieten, sorry (mal abgesehen von grünem Gemüse, einem ansteckenden Kichern und einer herumtollenden Katze). Dafür gibt’s Musik auf die Ohren. Und zwar solche, die lange, lange Haltbarkeit verspricht. Die Bilder dazu kann man sich ja – hallo Fantasie! – selber ausmalen. Nur schon ein Titel wie «Corsicana Lemonade», gewählt von einer amerikanischen Band, evoziert doch einiges.

Album der Woche: White Denim «Corsicana Lemonade»
Sollte die neue Platte von White Denim nicht in den Top10 des Jahres landen, dann doch wenigstens auf dem Smartphone, griffbereit für den nächsten Sommer. Ein Album wie geschaffen für eine Grillade. Die Musik klingt wie Fleischklops, Beilage und Bierchen in einem. Saftig rockig, eingängig poppig. Und zwischendurch dringt dann die folkige, flötende Leichtigkeit alter Cardigans-Aufnahmen durch – obwohl sich die Indie Band aus Austin, Texas da sicher nicht auf eine schwedische Band berufen. Wohl auch nicht auf Jamie Lidell oder die Black Keys, obwohl sich ein Stück wie «Pretty Green» genau wie eine Mischung aus der Stimme des Soulers und dem Garagenrock Letzterer anhört. Die Psychedelik von früher ist praktisch wie weggeblasen. Es lebe die neue Knackigkeit. Anspieltipp: «Looking For A Place To Start» (Offizieller Release am 29. Oktober). Hier gehts zum Vorab-Stream.

Jessie Ware «True Believers»
Letzte Woche in Dallas, Texas: Die Britin Jessie Ware bringt an ihrem Konzert einen neuen Song zu Gehör. Als letzte Zugabe. Und wir müssen uns eingestehen: Die haben wir wohl unterschätzt! Ihre Beiträge für SBTRKT und ihr Debüt «Devotion» vom letzten Jahr sind weitgehend an uns vorbeigezogen. Danke für diesen Smartphone-Mitschnitt. 

Danny Brown «Overrated/Underrated»
Manchmal muss man die Regeln brechen. Und den Kollegen von Pitchfork die Ehre erweisen. Die Interview-Serie «Overrated/Unterraded», in der Musiker nach ihrer Meinung zu allem Möglichen befragt werden, gehört zum besten, mit dem man einen verregneten Tag verbringen kann. Und an Weirdo Danny Brown aus Detroit und seinem zutraulichen Lachen, führt kein Weg vorbei. Das ist Stil, das ist Grazie, das ist Mut zur Lücke.

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