Filmtipp «The Bling Ring» & «Beautiful Creatures»

Die Regisseurin Sofia Coppola hat mit «The Bling Ring» einen Aufklärungsfilm gemacht, den alle modeverrückten Teenager sehen sollten. Und deren Eltern sowieso. Jetzt im Kino!
«The Bling Ring» mit ihrer Label-Beute.
© Pathe Films

Seit Sofia Coppola hinter der Kamera steht, richtet sie ihr Augenmerk auf die Jugend, diese für alle Beteiligten aufregende Phase zwischen Kindheit und Erwachsenen-Dasein. Von ihrem Regie-Erstling«The Virgin Suicides» über «Lost in Translation» bis «Marie Antoinette» standen junge Menschen im Mittelpunkt, die sich in in der Welt der Grossen nicht zurechtfinden. Um die Probleme von Teenagern geht es auch in «The Bling Ring». Eine Gruppe junger Leute in Los Angeles, dem Epizentrum des Glamour, Gossip und Bling,  steigt nachts in die Villen von Promis ein und bedient sich aus deren Schrankzimmern mit Luxusgütern, Geld und Drogen. Mit ihrer Beute ziehen sie durch die Clubs, setzen sich in Szene und posten die Fotos so nassforsch wie naiv im Netz. Die Eltern der Kids geniessen derweil den Schlaf der Gerechten, ahnen nichts vom illegalen Tun ihres Nachwuchses.

Die diebischen Kids verhökern die Beute an Yardsales.
© Pathe Films

Die diebischen Kids (Emma Watson, Israel Broussard, Katie Chang, v. l.) verhökern die Beute an Yardsales. 

Coppolas Kritik am Luxus- und Labelwahn ist trotz der prächtigen Inszenierung und schönen Bilder spürbar. Sah ihr Vater, der grosse Francis Ford Coppola, das Übel seiner Zeit im Vietnamkrieg («Apocalypse Now») und im organisierten Verbrechen («The Godfather»-Trilogie), sieht seine Tochter die  Jugend durch die Scheinwelt von Reality-TV und Konsumgier gefährdet. «The Bling Ring» läuft zurzeit in unseren Kinos, mehr über Sofia Coppola lesen Sie in der aktuellen SI Style.

Sofia Coppola beim Dreh von «The Bling Ring».
© Pathe Films

Sofia Coppola beim Dreh von «The Bling Ring».

Ebenfalls um nicht ganz unschuldige Teenager geht es in «Beautiful Creatures», einer leichtfüssig-romantischen Variation des Vampir- und Hexenthemas im malerischen Südstaaten-Ambiente. Neu auf DVD!

Lena (Alice Englert) will ihrem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur kommen.
© Ascot-Elite

Lena (Alice Englert) will ihrem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur kommen.

Lena (Alice Englert, ein Name und ein Gesicht, das man sich merken muss) wird bald 15. Dann wird sich entscheiden, ob sie, die einem alten Geschlecht von Caster (der korrekte Ausdruck für Hexen) entstammt, auf der hellen oder dunklen Seite der Macht landet. Ihre erste Liebe, zu dem Normale Ethan (Alden Ehrenreich) hat auf diese Entscheidung durchaus Einfluss, ebenso Lenas verzankte Verwandtschaft (köstlich selbstironisch Jeremy Irons und herrlich bitterböse: Emma Thompson).

Jeremy Irons als Lenas Onkel in «Beautiful Creatures».
© Ascot-Elite

Jeremy Irons als Lenas Onkel in «Beautiful Creatures».

«Beautiful Creatures», jetzt neu fürs Heimkino,  lässt das Personal der «Twilight»-Saga recht blutleer und humorlos aussehen.  

Auch interessant